Wachsende Vorsorgeverpflichtungen bringen Konzerne in die Bredouille – Anlegern drohen böse Überraschungen
Pensionslasten drücken die Aktienkurse

In den Pensionskassen zahlreicher Unternehmen diesseits und jenseits des Atlantiks klaffen bedrohliche Lücken – und das auf Jahre hinaus. Die Folgen: Gewinne und Aktienkurse stehen unter permanentem Druck.

DÜSSELDORF. Große US-Konzerne wie General Motors, RJR Reynolds oder Delta Airlines müssen immer neue Milliardensummen in die betriebliche Altersvorsorge stecken. In Europa sieht die Lage im Ergebnis kaum anders aus, wie die Beispiele Daimler-Chrysler oder Thyssen- Krupp belegen. Teilweise dürfte das Auffüllen der Pensionskassen einen bedenklichen Teil des Cash-Flows verschlingen, sagen Experten.

Nach Schätzung des Finanzinformationsdienstes Standard & Poor’s liegt das Finanzierungsdefizit der im S&P 500 vertretenen Unternehmen im Jahr 2003 bei etwa 230 Mrd. $; damit hätten sich die alarmierenden Zahlen des Vorjahrs nochmals verschlechtert.

„Die Situation wird schlimmer“, sagt Globalstratege Trevor Harris von der Investmentbank Morgan Stanley in New York. „Schon 2004 dürften die Pensionslasten die Gewinne der US-Firmen um etwa vier bis sechs Prozent schmälern“, schätzt er. Auf Grund der mickrigen Kapitalerträge durch Aktienbaisse und niedrige Zinsen müssen die Firmen nachschießen, damit das Geld für künftige Rentenzahlungen reicht. Außerdem steigen mit jedem Jahr der Beschäftigung die Pensionsansprüche der Mitarbeiter. Der Autozulieferer Delphi etwa muss nach Schätzungen der Investmentbank CS First Boston bereits 52 Prozent seines Cash-Flows in die betriebliche Altersvorsorge stecken; die Fluggesellschaft Delta Airlines zweigt 42 Prozent ab.

Daher bleiben Anlegern böse Überraschungen wohl nicht erspart. „Ich glaube nicht, dass das schon alles in die gegenwärtigen Kurse eingepreist ist“, meint Bilanzanalyst David Zion von CS First Boston. „Investoren können das kaum überblicken.“ Die Materie sei kompliziert. Zudem hingen die künftigen Belastungen von einer ganzen Reihe ständig wechselnder Größen ab.

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