Wachstumsaktien sind bei Börsianern unbeliebt – Grenze zwischen Value- und Growth-Ansatz verschwimmt
Anleger bleiben Substanzwerten treu

Anleger kaufen wieder verstärkt Anteile von Unternehmen mit viel versprechenden Gewinnaussichten und hoher Expansion (Growth). Doch nach Ansicht führender Aktienstrategen und Fondsmanager hält der Trend zu konservativen Aktien mit günstiger Bewertung und hoher Dividende (Value) weiter an.

FRANKFURT/M. Die günstige Bewertung von Wachstumsaktien hat Spekulationen angeheizt, dass die Anleger nach fünf Jahren wieder verstärkt Anteile von Unternehmen mit viel versprechenden Gewinnaussichten und hoher Expansion (Growth) kaufen. Doch nach Ansicht führender Aktienstrategen und Fondsmanager hält der Trend zu konservativen Aktien mit günstiger Bewertung und hoher Dividende (Value) weiter an. Das überrascht, weil diese Aktienklasse bereits seit dem Crash der Growth-Titel im Jahr 2000 dominiert und viele Anzeichen für einen Paradigmenwechsel gibt (s. „Substanzwerte setzen sich durch“).

Die Argumentation für einen Wechsel von Substanz- zu Wachstumsaktien lautet: Value-Titel entwickeln sich dann besonders gut, wenn die Wirtschaft boomt und das Gewinnwachstum der Unternehmen in die Höhe schießt. Damit hat es zumindest für die Euro-Zone in diesem Jahr vorerst ein Ende. Die Analysten erwarten im Schnitt eine Steigerung der Unternehmensgewinne von 7,7 Prozent und damit weniger als die Hälfte des Vorjahreswachstums. Auf der anderen Seite erscheinen typische Growth-Branchen wie beispielsweise der europäische Software-Sektor derzeit im historischen Vergleich extrem günstig bewertet. Lag dort das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) – es setzt den Aktienkurs in Relation zum Gewinn je Aktie – im Boomjahr 2000 noch bei knapp 70, so sind es derzeit gerade noch 28.

Dennoch tendiert das Gros der Aktienstrategen weiterhin zu Value-Titeln. „Unsere Analysen zeigen, dass europäische Anleger weiterhin bevorzugt Value-Aktien kaufen“, sagt Karen Olney von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Gründe dafür sind weniger die Wachstumsaussichten der jeweiligen Branchen selbst, sondern kommen eher von konjunktureller und von psychologischer Seite. Gerade erst haben führende Forschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen gesenkt. Zudem gelten Wachstumstitel – speziell aus dem Technologiesektor – nach den schlechten Erfahrungen aus Zeiten des Börsenbooms bei vielen Anlegern noch immer als zu riskant.

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