Wachstumspotenzial bei Aktien von Baumarktketten
Anleger setzen nach „Katrina“ auf den Wiederaufbau

Die Flutkatastrophe im Südosten der USA könnte Titeln von Öl-Ausrüstern und Baumarktketten zusätzlichen Auftrieb geben. Anleger suchen nun an der Börse nach Aktien, die vom Wiederaufbau profitieren könnten.

HB DÜSSELDORF. Schon in den ersten Tagen nach dem Hurrikan sind die Kurse einzelner Unternehmen, die am Mississippi zusätzliche Aufträge und Einnahmen erzielen könnten, kräftig gestiegen. Die Schäden in der Region schätzen Experten von Risk Management Solutions auf etwa 100 Mrd. Dollar. Allein die Reparatur der Straßen dürfte zwei Mrd. Dollar kosten. „Katrina“ ist damit die mit Abstand schwerste Naturkatastrophe in der Geschichte der USA. Versichert sind nur 20 bis 35 Mrd. Dollar.

Auf Wochensicht blieben die Kurse an den US-Börsen trotz der Katastrophe stabil. Der breit gefasste S&P-500-Index notierte gestern über seinem Stand vor dem Hurrikan. „Die Mehrzahl der Unternehmen ist negativ betroffen, vor allem Tourismus, Versicherungen und Fluggesellschaften sind deutlich belastet“, sagt Karl Strohmeier, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Trotzdem gebe es Branchen, die vom Wiederaufbau der Transport- und Kommunikations-Infrastruktur profitieren werden. „Aus nationalem Interesse dürfte es höchste Priorität haben, die Öl-Anlagen wieder herzustellen“, sagt er.

Davon gehen offenbar auch die Anleger aus: Aktien von Anlagenbauern wie Halliburton und Dienstleistern wie McDermot legten in den vergangenen Tagen deutlich zu. Der Sturm hat damit den Aufwärtstrend der Branche verstärkt. Schon vorher profitierten die Titel von der starken Nachfrage nach neuen Öl-Förderanlagen und Raffinerien.

Volker Dosch, Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft DWS, hält die Energieindustrie für den wahren Profiteur des Wiederaufbaus. Zwar gebe es Schäden und Kapazitätsausfälle, die nicht von Versicherungen gedeckt würden. „Die Energiepreise werden aber hoch bleiben und damit den Sektor langfristig interessant machen.“ Durch „Katrina“ erfahre die ohnehin lukrative Energiebranche einen weiteren Schub. Attraktiv seien die großen integrierten Konzerne wie Royal Dutch, BP, Exxon oder Chevron, die in der Produktion, Raffinierung und Vermarktung aktiv sind. US-Produzenten wie Burlington Resources und Apache sowie die kanadische Ölgesellschaft Encana hält Dosch ebenfalls für interessant. Auch den Öl-Dienstleistern Schlumberger, Baker Hughes und dem kleineren kanadischen Unternehmen Trans Ocean Gas könnte der Wiederaufbau Auftrieb geben.

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