Währungen eignen sich als Beimischung zur Risikostreuung eines Portfolios
Investoren entdecken den Devisenmarkt

Kapitalanlagen in Devisen sind der neueste Schrei in der Finanzwelt. Diese Alternative zu Aktien und Anleihen erlebt nach Angaben von Fondsmanagern eine Renaissance. Obwohl Devisen die liquideste Anlageklasse überhaupt sind, war diese Anlageform lange Zeit in Vergessenheit geraten. Allerdings sind Devisen eine mit hohen Risiken behaftete Kapitalanlage.

FRANKFURT/M. Bestes Beispiel ist das Kurs-Jo-Jo von Euro und Dollar. Zwar notiert der Euro mittlerweile wieder in der Nähe seines Eingangsniveaus von rund 1,15 Dollar. Doch in der mittlerweile fast fünfjährigen Geschichte der Gemeinschaftswährung gab es lange Zeit auch Kurse unter 0,85 Dollar. Wer diese Entwicklung falsch vorhergesehen hat, musste hohe Verluste in Kauf nehmen. Im Gegensatz zu Spekulanten, die auf Kursausschläge an den Devisenmärkten durch Derivate setzen, sind solche enormen Fluktuationen nicht nur für konservative Kapitalanleger, sondern auch für die Wirtschaft geradezu Gift.

Doch inzwischen bringen Finanzhäuser verstärkt Investmentprodukte auf den Markt, mit denen die Kunden von Kursfluktuationen und Zinsdifferenzen in den einzelnen Währungen profitieren können. „Für uns sind Devisen bereits seit vielen Jahren eine eigene Asset- Class“, sagt Jens Schmitt, geschäftsführender Direktor von JP Morgan Fleming in Frankfurt. Diese vergessene Anlageklasse sei deshalb interessant, weil sie eine sehr geringe Korrelation zu den traditionellen Kapitalanlagen Aktie und Anleihe aufweise. Sie sei daher, so Schmitt, bestens zur Diversifizierung eines Portfolios und damit zur Risikoreduzierung geeignet.

„Die Anlagepalette in fremden Währungen ist sehr vielschichtig“, sagt Werner Decker, Geschäftsführer der American Express Bank in Frankfurt. Die wohl einfachste Anlageform ist dabei die Kapitaleinlage auf einem Währungskonto. Auf diesem Konto werden dann die jeweiligen Zinsen in der gewählten Währung gutgeschrieben. Diese Kapitalanlage ist in Deutschland durch den Einlagensicherungsfonds geschützt. Das Risiko des Investments liegt also in der Veränderung des Wechselkurses. Die Bank bietet ihren Kunden auf dem kostenlos geführten Währungskonto derzeit zum Beispiel in südafrikanischen Rand bei einer Ersteinlage von 2 500 Euro eine Verzinsung von 8 %. Zum Vergleich: Der Euro-Zins liegt bei 1,0 bis 1,5 %. Der Anleger kann täglich über sein Geld verfügen. „Devisen sind als eigene Anlageklasse eine interessante Beimischung in einem Portfolio“, weist Decker auf die dadurch erreichbare Risikoreduzierung hin.

Lars Jäger von der Hedge-Funds-Gesellschaft Partners Group tut sich dagegen schwer damit, Devisen als eigene Anlageklasse zu sehen. „Devisen sind für uns keine eigenständige Anlageklasse“, sagt er. Zum einen sei der Devisenmarkt zu heterogen, und zum anderen würden Währungen an sich keine Erträge abwerfen. Darüber hinaus setze der Begriff „Anlageklasse“ die Existenz eines Vergleichsmaßstabs (Benchmark) voraus. Dies sei bei Devisen nicht gegeben, sehe man einmal von der Leitfunktion des US-Dollars ab. Allerdings spekulieren Hedge- Funds sehr wohl mit Devisen – eine geschätzte Handelsstrategie, wie Jäger hinzufügt. Bereits seit einigen Jahren haben sich Hedge-Funds darauf spezialisiert, Kursschwankungen der Devisen gewinnbringend für sich zu nutzen. Dabei setzen die Investmentprofis das Geld ihrer Klientel an den Devisen-Terminbörsen durch den Kauf und Verkauf von Derivaten ein.

Finanzhäuser wie JPMorgan Fleming und UBS bieten Devisenfonds an, die Anlegern den Einstieg möglich machen. Der von JPMorgan Fleming im Jahr 1998 aufgelegte Managed Currency-Fund erzielte seither eine Rendite von etwa 8 % pro Jahr. Der von UBS im Jahr 1995 emittierte Hedge-Fund UBS Currency Portfolio brachte es seither auf eine Rendite von über 10 % jährlich.

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