Währungskrise „Gold hat keinen fairen Wert“

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"Wir haben sehr gute Unternehmen in Deutschland"

Woher kommt die Furcht vor Aktien?

Sie ist historisch begründet. Bereits die Nazis haben die Aktienkultur zerstört, indem sie behaupteten, der Spekulant würde sich auf dem Rücken der Arbeiter bereichern. In der Folge hat sich nie eine Aktienkultur entwickeln können. Die Mehrheit der Anteilseigner der Dax-Konzerne stammt mittlerweile aus dem Ausland.

Ist das ein Problem für den Finanzstandort?

Problem würde ich es nicht nennen. Es zeigt vielmehr, dass viele deutsche Unternehmen gut aufgestellt und an der Börse günstig bewertet sind. Internationalen Investoren ist das nicht verborgen geblieben.

Wir sollten uns also ein Beispiel daran nehmen?

Wir haben sehr gute Unternehmen in Deutschland, mit sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern, die sehr gute Produkte herstellen. Wer Aktien kauft, investiert sein Geld in Produktivvermögen. Langfristig betrachtet sind sie eine sehr solide und rentable Anlageform. Wir sollten uns nicht davon abschrecken lassen, dass die Kurse mitunter deutlich schwanken.

Viele Deutsche haben sich statt mit Aktien mit Zertifikaten angefreundet. Zu Recht?

Eine sinnvolle Geldanlage braucht keine derart komplizierten Produkte. Das Problem unserer Branche ist, das es noch nie zuvor so viele gut ausgebildete und kreative Mathematiker in den Banken gab. Was die Zertifikate angeht, ist das eher Fluch als Segen.

Herr von Metzler, wir danken Ihnen für dieses Interview.

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18 Kommentare zu "Währungskrise: „Gold hat keinen fairen Wert“"

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  • Prinzipiell wird der technische Nutzen von Gold mit dieser flapsigen Bemerkung angerissen.Herr Metzler scheint es schwer zu fallen, der Logik der vergangenen Jahrtausende zu folgen. Auch die Golddeckung von Währungen scheint ihm suspekt zu sein. Aber gerade ein Banker muss derzeit der Realität "Unendliche Geldschöpfung" versus "endliche Goldvorräte" ins Auge sehen. Technischer Nutzen hin oder her.

    Viele Menschen rennen heute Silber hinterher, und dies wegen dem technischen Nutzen und der Endlichkeit dieses wichtigen Metalls. Die stellt somit auch eine Alternative dar.

    Es geht keineswegs um den Weltuntergang, sondern um eine Übergangszeit des Misstrauens gegen das Geld, ausgelöst durch seine inflationäre Menge (siehe 20-iger Jahre).

    Insgesamt steht die Titanic mächtig unter Wasser. Das weiß auch Herr Metzler. In dieser Zeit wollen viele eben keine Schiffsbeteiligung (Aktien, ANleihen) erwerben, sondern lieber ein goldiges Rettungsboot.

  • Wenn Sie mal Charts richtig lesen würden, dann würden sie nicht schreiben, daß "Gold seit 6 Jahren kontinuierlich und seit 1 Jahr exzessiv steigt". Das ist nicht korrekt bzw. nur die halbe Wahrheit. Das Gold hatte sein letztes Tief Anfang 2001, steigt demnach jetzt bereits 10 Jahre an.
    Daß sich der Anstieg in den letzten Jahren in zwei Phasen beschleunigt hat (1. Phase "Lehman-Effekt" 2008-2011, 2. Phase drohender EU-Default 2011), hat mit exzessiv noch nichts gemein. Schauen Sie sich die Rallye 1979 bis 1980 an - das war exzessiv und eine Fahnenstange:
    http://www.chartbuero.de/gold.htm

    Natürlich kann das Gold korrigieren und sollte das auch - idealerweise bis auf 1000 USD. Selbst dann ist der Aufwärtstrend völlig intakt. Den Goldanleger in Euroland dürfte das nicht einmal viel jucken, da ein fallender Goldpreis traditionell mit einem steigenden Dollar einhergeht: Ergo fällt der Euro und das Goldpreis bleibt in Euro stabil bzw. fällt nicht ganz so stark.

    Und noch ein Wort zum Gold an sich: Gold ist neben Silber die einzige Währung der Welt, welche nicht beliebig vermehrt werden kann und wo kein Zahlungsversprechen dahinter steht. Versprechen werden immer wieder gebrochen, die Geldmengen permanent ausgeweitet.

    JEDE Papiergeldwährung der Welt ist in der Menschheitsgeschichte untergegangen, JEDE. Misst man den Wert von Papiergeld in Gold, dann stellen wir fest, daß es nicht das Gold ist welches im Preis steigt, sondern es sind die ungedeckten Papierwährungen, die im Wert fallen (ergo fällt der Kaufkraft):
    http://www.leap2020.eu/photo/art/default/1820160-2482111.jpg?v=1289457495
    http://www.propagandafront.de/wp-content/uploads/2011/01/bmg1.jpg

    Wo ist da ein Einstieg langfristig riskant?
    Angesichts der Probleme beim "Papier" bleibt nichts anderes als Sachwerte. Klar, de facto ist Gold wertlos, aber es gibt ja auch andere Dinge von bleibendem Wert wie z.B. Wald, Acker, u.ä. und nicht nur Papier(e), die in Extremis nur eines haben: Brenn- und Heizwert.

  • an Benutzer "Mischael"

    was heißt da Wohlstandsverschiebung. Wir haben nur noch einen 3D Fernseher und 2 Handies, die Chinesen haben 5 ?

    Wir HABEN DOCH SCHON ALLES ! Wir haben doch schon Wohlstand der nicht mehr mehr geht ! Wir sind doch schon ÜBERSATT !

    Das kann es nicht für alle Chinesen geben, das sprengt das System !

  • In jedem Wort klingt durch: Ich provitiere sehr davon, so wie das System läuft, und die anderen sollten doch bitte schön am Aktienmarkt "mitspielen" damit ich schön viel Geld absaugen kann. Vor Gold hab ich wahnsinnig Angst, denn das macht unser schönes "Spiel" kaputt. Das muß ich den Leuten ausreden, unbedingt. Hoffentlihc kann ich die Leute beruhigen, denn es ist wirklich 5 vor Zwölf. Niemand darf merken, wie schlimm es steht, wir müssen die Leute einfach davon überzeugen, daß sie ruhig bleiben, schön brav weiter arbeiten, und ihre Kohle rausrücken für Aktien und andere Finanzprodukte.
    Zum Glück hab ich meine Schäfchen im Trockenen. Die anderen sollen ruhig 40 Stunden in der Woche schaffen, und sich von Industrienahrung ernähren, ich hab heute mittag einen Massagetermin und dann geh ich schön essen und lass mich bedienen

  • Gold ist nicht die Anlageform der sehr, sehr Reichen.
    Die haben ganz andere Probleme, als die "kleinen Leute".

    Wer jedoch "weniger reich" ist, braucht andere Anlageformen; und muss einen Teil gerade vor dem Zugriff des Staates verstecken!

    Insofern ist die Meinung des Herrn von Metzler für mich - mangels Masse - nicht so relevant.

  • Wenn deutsche Unternehmen so gut aufgestellt sind UND es den ausländischen Investoren aufgefallen ist:

    wieso hat dann der Dow Jones 10% verloren und der DAX 30% ???

  • Der Goldrausch benebelt den Verstand der Goldkäufer. Gold ist eine Angstwährung. Angst ein schlechter Ratgeber. Jetzt noch in Gold zu gehen ist zu riskant. Contrarians bewegen sich dann gegen den Trend wenn dieser schon lange anhält. Gold steigt seit 6 Jahren kontinuierlich und seit 1 Jahr exzessiv. Da steht eine heftige Korrektur an.
    Realisten investieren besser in Produktivkapital, vorzugsweise als Inflationsschutz in Oelaktien. Oel ist ein rares Gut und der Schmierstoff der Wirtschaft. Wer nicht risikoavers ist kauft BP hier steht der turnaround noch aus.


  • In den Kommentaren der Goldfreunde ist eine Menge Aggressivität. Diese lässt sich nur durch Angst erklären. Und die ist auch berechtigt in der Goldblase. Oder sollte nochmal der Unterschied zwischen Value- und Growth Investments diskutiert werden. Ist doch eigentlich durch seit dem Platzen der NEMAX Blase.

  • Gerade die Zentralbanken, u.a. in den BRICS, wenden sich von Dollar und Euro ab und setzen auf Gold als einzig sicheren verbliebenen Währungsanker... China ermutigt z. B. seine Bevölkerung, in Gold zu sparen.
    Bei einer erwarteten Wohlstandsverschiebung setzt man also gerade nicht auf eine untergehende Währung. Das wäre unlogisch. Und laufende Verbindlichkeiten zahlt man in gesetzl. Zahlungsmitteln aus dem Einkommen, das man mit ehrlicher Arbeit verdient. Hoffe, Sie wissen, was ich meine?
    Der Metzler mag ja ein integrer Bankier sein, aber die Zeit der "ehrlichen Bankiers" ist vorbei, tonangebend sind die Großbanken und deren Lobbys - der Metzler ist da letztlich nur ein kleiner Mitesser, der seine Pfründe retten will.
    Mit dem Spruch "Gold habe keinen fairen Wert" disqualifiziert er sich leider selbst... zudem verfügt er sicherlich ebenso über ausreichend Sachwerte zur Vermögenssicherung, dies nur nebenbei.
    Der "faire Wert" von Aktien und Staatsanleihen scheint mir auch nicht in Stein gemeißelt.
    Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, wir befinden uns in der finalen Phase des Schuldenzyklus, jetzt übernehmen die verbliebenen solventen Steuerzahler als letzte Rettungsinstanz die Garantie für sämtliche Staats- ergo Bankschulden, danach ist Schicht im Schacht.
    Es ist aber durchaus legitim, wenn Bankiers hier ihre Eigeninteressen im Handelsblatt offen vertreten.
    Allerdings sollte man dann auch klar sagen, dass diese nicht unbedingt mit den Interessen des von seiner Erwerbstätigkeit lebenden Bürgers und Kleinsparers deckungsgleich sein muss.

  • Finde den Artikel insgesamt sehr gut, ich denke auch der Herr hat eine ausgeprägtere Sicht auf die Dinge als viele der Hobby-Ökonomen die sich hier so rumtreiben!

    Viele die sich mit Gold eingedeckt haben wissen dass sie zuviel gezahlt haben und hoffen jetzt auf den Weltuntergang, ist psychologisch nachvollziehbar aber ökonomisch unsinnig. Das im Artikel bzgl. des fehlenden Nutzens von Gold stimmt schon, vor allem da wir in einer globalisierten Welt leben und für uns Europäer es in den nächsten Jahrzehnten abwärts geht, während es für die BRIC-Staaten und v. a. China weiter aufwärts geht. Es ist also nicht wie früher dass Gold hilft um einen über unsichere Zeiten zu retten, es findet eine Wohlstandsverschiebung statt! Hoffe dass ihr Goldbesitzer euer Gold nicht in den nächsten Jahren verkaufen müsst um euren weltlichen Verpflichtungen nachzukommen, welche nach wie vor in Papierwährung beglichen werden müssen! ;-)

    Vielen hier im Forum würde ein bisschen mehr Weitsicht guttun denn zumindest mich nervt langsam dieses inhaltlose Endzeitengequatsche!

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