Wall-Street-Ausblick
US-Börsen: Kurschancen trotz kurzer Handelswoche

Die US-Börsen werden nach Einschätzung von Analysten in dieser Woche voraussichtlich weitere Gewinne einfahren, weil Impulse aus dem gefragten Technologie-Sektor den Appetit der Anleger auf Aktienkäufe steigern könnten. Das Handelsvolumen werde aber wohl trotzdem begrenzt sein, da die Börsen-Woche durch das amerikanische Erntedankfest verkürzt ist.

HB NEW YORK. Am Thanksgiving-Feiertag selbst, am Donnerstag, bleiben die Börsen ganz geschlossen. Am Freitag ist ein früherer Handelsschluss um 13:00 Uhr Ortszeit (19:00 Uhr MEZ) geplant und Beobachter rechnen damit, dass viele Händler ein langes Wochenende einlegen könnten. Doch vorher werden sie noch einige erwartete Konjunkturdaten und Wirtschaftsberichte nach Hinweisen auf den Zustand der US-Wirtschaft durchkämmen.

So werden am Dienstag der Bericht der unabhängigen Forschungsgruppe Redbook zum Einzelhandel und das Sitzungsprotokoll des Offenmarkt-Ausschusses der US-Notenbank vom 1. November erwartet. Am Mittwoch folgen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für November.

Angesichts anhaltender Inflationsängste werden die Händler zudem Äußerungen von Mitgliedern der US-Notenbank genau im Blick behalten, um dort möglicherweise Signale für eine Pause im gegenwärtigen Zinserhöhungszyklus der Fed oder einen Hinweis auf eine Obergrenze der Zinssteigerungen zu erkennen.

Am Montag ist eine Rede des Präsidenten der Federal Reserve Bank of Chicago, Michael Moskow, zur US-Wirtschaft geplant. Am Mittwoch folgt der Präsident der Notenbank von St. Louis, William Poole, der in London über die Politik der Fed sprechen soll.

Einige Beobachter gehen auch davon aus, dass die überraschende Ankündigung einer bevorstehenden Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Inflationsangst schüren und Händler eher zu Vorsicht anhalten könnte. „Eine Region, von der Widerstand gegen eine Zinserhöhung erwartet wurde, war Europa“, sagte Larry Peruzzi von The Boston Company Asset Management. Aber die Bereitschaft der EZB zur Zinserhöhung bringe dem Markt nun etwas Inflationsangst zurück.

Trotz dieser anhaltend schwelenden Inflationsängste und der Sorgen um weiter steigende Zinsen hatten die US-Börsen aber in der vergangenen Woche starken Auftrieb erhalten. Händler führten dies unter anderem auf ein aufkeimendes Interesse an Sektoren wie der Technologie-Branche zurück. Auch sinkende Rohöl-Preise haben die Märkte gestützt. Wegen der niedrigeren Heizkosten könnten die Verbraucher mehr Geld im Weihnachtsgeschäft ausgeben, so die Hoffnung. Der Ölpreis war am Freitag zum ersten Mal seit Juni auf unter 56 Dollar je Barrel gefallen.

Der Dow-Jones-Index hatte am Freitag auf dem höchsten Stand seit acht Monaten geschlossen und im Wochenverlauf 0,8 Prozent zugelegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index die US-Technologiebörse Nasdaq schlossen so hoch wie seit fast viereinhalb Jahren nicht mehr. In der Woche legte der S&P-Index 1,10 und die Nasdaq 1,12 Prozent zu. Händler äußerten die Hoffnung, dass erste Zeichen einer Jahresendrally zu erkennen seien.

Zum Ende der Bilanzsaison werden nur von wenigen großen Firmen Geschäftszahlen erwartet, darunter von den Lebensmittelproduzenten Campbell Soup und Heinz sowie dem Landmaschinenhersteller Deere & Co.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%