Wall Street Trump brüstet sich mit dem Börsenaufschwung

Mit einem Tweet stellt US-Präsident Donald Trump klar, wer seiner Meinung nach für die Hausse an den US-Börsen verantwortlich ist. Doch wie nachhaltig sind seine Steuerpläne, die für den Aufschwung an den Märkten sorgen?
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Rekord bei Dow Jones — Wird Trump die Erwartungen erfüllen?

Rekord bei Dow Jones — Wird Trump die Erwartungen erfüllen?

WashingtonZurückhaltung ist nun mal keine Eigenschaft von Donald Trump: Mit einem Tweet an diesem Donnerstag stellte der US-Präsident angesichts neuer Rekordhochs an den US-Börsen ein „großartiges Level an Vertrauen und Optimismus“ fest. Und das bereits, bevor seine Steuerpläne konkret sind.

Was war geschehen: Die Wall Street hatte ihre Rekordrally am Mittwoch fortgesetzt. Auftrieb gaben, so die Berichterstattung der Nachrichtagenturen, ermutigende Konjunkturdaten und Äußerungen des US-Präsidenten zur Steuerpolitik. Bei einem Treffen mit den Chefs von Einzelhandelskonzernen bekräftigte Trump, er werde die Abgaben senken und das Steuersystem vereinfachen.

Alle drei US-Börsenbarometer hatten bereits die vergangenen vier Handelstage auf Rekordständen beendet. Auch der Nebenwerte-Index Russell 2000 erreichte eine Bestmarke. Der Dow Jones überwand erstmals die Schwelle von 20.600 Punkten, der umfassendere S&P 500 liegt bei 2.350 Punkten, der Nasdaq 100 schloss über 5.300 Zählern. Es war bereits der neunte Gewinntag in Folge.

Allerdings warnen sowohl Unternehmen als auch Finanzexperten vor den Trumpschen Plänen. Der US-Einzelhandel protestiert, weil die Steuerreform einen 20-prozentigen Aufschlag auf importierte Waren vorsehe. Der Einfuhrzoll werde die Preise für Kleidung, Lebensmittel, Medizin, Benzin und andere zur Grundversorgung nötige Waren für US-Bürger erhöhen.

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock malt angesichts der Steuerpläne ein düsteres Bild für die Finanzmärkte. „Ich sehe viele dunkle Wolken“, sagte Blackrock-Chef Larry Fink am Mittwoch vergangener Woche. Die Finanzmärkte könnten einen deutlichen Rückschlag erleiden. Die US-Konjunktur befinde sich bereits inmitten einer Abschwächung. Grund sei das Vorhaben Trumps, die Steuern zu senken.

Das runderneuerte Portfolio von Warren Buffett

MONSANTO CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US61166W1018
Börse
Xetra

+0,95 +0,97%
0,00€
Chart von MONSANTO CO. REGISTERED SHARES DL -,01
Monsanto
1 von 49

Der Zeitpunkt war günstig: Kurz vor der geplanten Übernahme durch den deutschen Chemieriesen Bayer stieg Buffett im vierten Quartal 2016 bei dem US-Saatgutkonzern Monsanto ein. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway kaufte acht Millionen Papiere des Konzerns. Die anstehende Übernahme durch Bayer könnte die Kurse weiter steigen lassen.

Buffetts Anteile: 8,04 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2017: unverändert

SIRIUS XM HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,001

WKN
ISIN
US82968B1035
Börse
FSE

-0,05 -0,99%
+5,07€
Chart von SIRIUS XM HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,001
Sirius XM
2 von 49

Aufgestockt (5/6)

Sirius XM ist ein US-amerikanischer Satellitenradio-Anbieter aus New York City mit Sitz im US-Niedrigsteuerstaat Delaware. Er gehört mehrheitlich dem Medienkonzern Liberty Media, an dem Warren Buffett ebenfalls beteiligt war. Erst im letzten Quartal 2016 stieg der Investor mit knapp 800 Millionen Dollar beim Unternehmen ein und baute damit seine Beteiligungsfamilie im Mediensektor aus. Im ersten Quartal 2017 stockte Buffett seine Anteile leicht auf.

Buffetts Anteile: mehr als 172 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2017: plus 3,4 Prozent
Wert der Beteiligung: 823,7 Millionen Dollar

SOUTHWEST AIRLINES CO. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US8447411088
Börse
Xetra

-0,23 -0,42%
0,00€
Chart von SOUTHWEST AIRLINES CO. REGISTERED SHARES DL 1
Southwest Airlines
3 von 49

Aufgestockt (6/6)

Southwest Airlines ist eine große US-amerikanische Fluggesellschaft. Fast alle Airlines in den USA haben in den vergangenen Jahren Schwächephasen durchlitten, gingen durch Insolvenzverfahren oder fusionierten. Das hat Starinvestor Warren Buffett lange abgehalten, in Fluggesellschaften zu investieren. Ein erfolgloses Investment in US Airways von 1989 bis 1995 (75 Prozent Verlust) soll Sodbrennen bei dem Milliardär ausgelöst haben – seitdem hielt er die Branche für gefährlich. Doch im Herbst 2016 holte er gleich vier Titel ins Portfolio. Sein Engagement bei der Airline mit Hauptsitzt in Dallas, Texas, baute er im ersten Jahresquartal 2017 ebenso aus wie das bei American Airlines.

Buffetts Anteile: knapp 48 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2017: plus 10,3 Prozent
Wert der Beteiligung: 2,8 Milliarden Dollar

DEERE & CO. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US2441991054
Börse
Xetra

+0,79 +0,59%
0,00€
Chart von DEERE & CO. REGISTERED SHARES DL 1
Deere & Company
4 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (1/5)

Einen Teil seiner Aktien des Traktorherstellers Deere hatte der Investor im dritten Quartal 2015 abgestoßen, nachdem er im ersten Quartal 2015 leicht aufgestockt hatte. Im zweiten Quartal 2016 verkaufte er, auch im dritten Quartal reduzierte er den Anteil. Im Schlussquartal 2016 flog Deere nun komplett aus dem Portfolio.

Buffetts Anteile: 0 (zuletzt 21,09 Millionen Stück)
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01

WKN
ISIN
US49456B1017
Börse
Xetra

+0,06 +0,39%
0,00€
Chart von KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01
Kinder Morgan
5 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (2/5)

Der Ölpreis ist noch immer weit von seinen Höchstständen entfernt. Bereits im dritten Quartal reduzierte Warren Buffett seine Anteile an dem amerikanischen Energie-Giganten Kinder Morgan – im vierten Quartal stieß er das Investment gleich ganz ab. Offensichtlich glaubt Buffett nicht, dass die Vorliebe des neuen US-Präsidenten Donald Trump für fossile Energien sich positiv auf den Kurs Kinder Morgans auswirken wird.

Buffetts Anteile: 0 (zuletzt 20 Millionen Stück)
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

LIBERTY MEDIA CORP. REG.SH.A FORMULA ONE GP DL-,01

WKN
ISIN
US5312298707
Börse
FSE

-0,36 -1,35%
+26,82€
Chart von LIBERTY MEDIA CORP. REG.SH.A FORMULA ONE GP DL-,01
Liberty Media
6 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (3/5)

Das US-Medienunternehmen Liberty Media gehört mehrheitlich dem Medienmogul John Malone. Buffett ist nun ausgestiegen, dafür beim Satellitenradioanbieter Sirius, einer Liberty-Beteiligung, eingestiegen.

Buffetts Anteile: 0 (zuvor 1,3 Millionen Stück (Class A) sowie circa 3,19 Millionen Stück (Class C))
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

NOW INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US67011P1003
Börse
FSE

-0,15 -1,81%
+8,11€
Chart von NOW INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Now Inc.
7 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (4/5)

Now Inc. ist ein Dienstleister für die Energiewirtschaft und Industrieunternehmen. Ende 2016 hat Buffett sich von der Beteiligung an Now verabschiedet.

Buffetts Anteile: 0 (zuvor 1,83 Millionen Stück)
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

Auch Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets warnt vor überzogenen Erwartungen. „Am Ende werden wir von einem großen Vakuum sprechen, wenn der neue Präsident die Versprechen, die er gibt, nicht hält.“ Die Analysten der Rabobank verwiesen darauf, dass ähnliche Pläne zur Ankurbelung der Konjunktur aus dem Jahr 2004 einer Untersuchung des US-Senats zufolge keine neuen Stellen geschaffen, sondern nur Fusionen befeuert sowie Dividenden, Aktienrückkäufe und Manager-Gehälter in die Höhe getrieben hätten.

Dass die Kurse an den Börsen bereits nach einer Ankündigung ohne konkrete Informationen steigen, ist nicht neu. „Buy on rumours, sell on facts“ lautet das passende Sprichwort, auf Deutsch „Kaufe bei Gerüchten, verkaufe bei Fakten“. Denn sobald sich eine Vermutung – in die man idealerweise rechtzeitig investiert hat – als wahr herausgestellt hat, sollen Profite realisiert werden. Denn ist die Fantasie erst einmal aus dem Markt entschwunden, verflüchtigen sich oft auch die kurzfristig aufgelaufenen Kursgewinne.

Sollten die Kurse fallen, nachdem Trump seine Steuerpläne konkretisiert hat, bleibt nur noch eine Frage: Wen macht der US-Präsident per Twitter dann dafür verantwortlich? Klar ist: Diese Liste ist länger als bei Kurssteigerungen und reicht von den US-Demokraten über Richter bis zu den von Trump diskreditierten „Fake-News-Zeitungen“ wie Washington Post und New York Times.

  • rtr
  • dpa
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1 Kommentar zu "Wall Street: Trump brüstet sich mit dem Börsenaufschwung"

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  • Der Aufwung an den Börsen folgt den durchaus zynischen Mechanismen des Marktes. Erstens: Die Abschaffung des Umweltschutzes, den Trump verspricht. Völlig klar, dass das Kosten senkt bei den Drecksschleuder-Firmen. Ob davon die Arbeiter profitieren, wenn Chemiewerke weniger Geld für Filteranlagen ausgeben müssen, sei mal dahingestellt.
    Zweitens profitieren Firmen von der deutlich angestiegenen Kriegsgefahr. Egal, ob in Iran, China, Osteuropa, egal ob zunächst nur zur Abschreckung - es werden in jedem Fall Waffen gebraucht. Das sind komplexe Produkte. Für Arbeiter in der Rüstungsindustrie könnte dies in der Tat ein Gewinn sein. Für Soldaten, na ja.

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