Warren Buffett
Wer folgt auf den Guru?

Die Erfolgsgeschichte von Berkshire Hathaway ist beispiellos. Firmengründer Warren Buffett steht nicht nur für Top-Renditen, sondern auch für eine offene Kommunikation. Das könnte sich ändern, befürchten Investoren.
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New YorkWarren Buffett gilt für Generationen von Investoren als Vorbild. Und er weiß sich auch in Szene zu setzen. Buffett zeigt sich als großer Kommunikator und informiert Investoren und Öffentlichkeit offen über sein Unternehmen. Der 83-jährige Milliardär, Vorsitzende und CEO von Berkshire Hathaway, äußert sich in seinen Aktionärsbriefen auch mal selbstkritisch und nimmt sich auf der Hauptversammlung stundenlang Zeit, um Fragen zu beantworten.

Seine Nachfolger treten in große Fußstapfen. Das Unternehmen ist kerngesund und hoch rentabel. Am 1. März legt Berkshire Hathaway Jahreszahlen vor. Analysten prognostizieren einen Rekordgewinn. Der Gewinn für das vergangene Jahr könnte auf 18 Milliarden Dollar klettern, so die Prognose der Analysten von Nomura Holdings.

Das Vertrauen der Investoren zu Buffett ist groß, doch unter seinen Nachfolgern könnte sich das ändern. Die Sorge ist groß, dass die Nachfolger nicht an die Leistungen des Altmeisters anknüpfen könnten. Zudem fürchten Investoren, dass die Offenheit in Zukunft auf der Strecke bleibt. „Das ist ein kritisches Thema“, sagt Meyer Shields, Analyst bei Keefe Bruyette & Woods in Richmond, Virginia.

Bereits schon jetzt bemängelt mancher Beobachter fehlende Transparenz. Je größer die Gesellschaft werde, desto mehr müssten sich die Investoren auf Buffetts Ruf verlassen, statt auf Daten. „Sie wissen nicht wirklich, was Sie innerhalb von Berkshire Hathaway bekommen“, ergänzt er.

Die Erfolgsgeschichte von Buffett mit seinen überdurchschnittlichen Anlageergebnissen hat Shields zufolge vielen Investoren den Eindruck vermittelt, sie seien gut genug informiert. Buffett übernahm Berkshire 1965 und machte aus einem Textilhersteller eine 280 Milliarden Dollar schwere Holding mit Unternehmen in den Bereichen Einzelhandel, Transport, Verarbeitung, Energie und Versicherung. Dabei wurde Buffett zum Milliardär – und viele seiner Unterstützer aus den frühen Zeiten kamen zu Reichtum.

Doch wenn Buffett das Steuer übergibt und Berkshire nicht mehr leitet, könnte das Vertrauen der Investoren schwinden. Viele der größten Aktionäre haben persönliche Beziehungen zu Buffett und er selbst besitzt 20 Prozent der Aktien. Der Milliardär hat fast sein gesamtes Vermögen gemeinnützigen Organisationen vermacht, die die Aktien für die Finanzierung ihrer Arbeit veräußern werden.

Die Offenlegung von Informationen „ist zur Zeit ausreichend für seine Aktionäre‘“, sagt Jeff Matthews, Berkshire-Investor und Verfasser von Büchern über die Gesellschaft. „Wenn er einmal weg ist, werden die Leute aber fragen: 'Was ist hier? Was besitze ich wirklich?“

Buffett bemüht sich, den jährlichen Geschäftsbericht von Berkshire einfach lesbar zu halten. Bei seinem darin enthaltenen Aktionärsbrief - etwa 20 bis 25 Seiten - hilft ihm Carol Loomis, eine Journalistin vom Magazin “Fortune”. Die Informationen sollen für Leute verständlich sein, die keine professionellen Investoren sind - wie etwa Buffetts Schwestern.

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