Warren Buffetts Anlagestrategie
„Immer mindestens 20 Milliarden Dollar in bar“

Ausstieg aus dem Rohöl, Investitionen in eine Raffinerie und einen Industriezulieferer: Investor Warren Buffett war zuletzt in Kauflaune. In Fernsehinterviews spricht er über Öl, Geldpolitik und seine Prinzipien.

New YorkWarren Buffett hat seine Begeisterung für Rohstoffe verloren. Das sagte der Milliardär und legendäre US-Investor am Dienstagabend in Fernsehinterviews zum Verkauf seiner Anteile am Mineralölkonzern Exxon Mobil. Er sehe die Ölpreisentwicklung pessimistisch. „Ich hatte das Gefühl, dass die Zukunft nicht so gut wird, wie die Leute dachten.“

Was auf den ersten Blick verwundert: Stattdessen beteiligt sich Buffett aber mit 4,48 Milliarden Dollar am Raffineriekonzern Phillips 66, dem führenden Raffinerieunternehmen der USA. Seine Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway besitzt damit mehr als zehn Prozent der ausgegebenen Titel.

Buffetts Erklärung für dieses Ölinvestment: „Wir kaufen Phillips 66 nicht als eine Raffinerie. Wir kaufen es ganz bestimmt auch nicht als integrierten Ölkonzern. Wir kaufen, weil wir das Unternehmen und sein Management sehr mögen.” Das Raffinerieunternehmen hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich besser entwickelt als andere Energieunternehmen. Im bisherigen Jahresverlauf hatte die Aktie rund 15 Prozent zugelegt, während der Energiesektor etwa 20 Prozent verlor.

Erst 2013 hatte Buffett große Teile seiner Aktien an Phillips 66 zugunsten des Kaufs einer Tochterfirma des Unternehmens abgegeben. „Wir waren in der Lage, das aufgrund von Steuervorteilen zu tun. Wir haben den Bestand nicht verkauft, weil wir ihn nicht mochten.“

Dass er nicht endgültig bei dem Raffinerieunternehmen aussteigen wolle, sei ihm schon damals klar gewesen. „Ich habe immer beabsichtigt zurückzukommen, vorausgesetzt der Preis stimmte. Und das habe ich jetzt getan“

Weitere Investitionen in den kommenden Monaten

Im Gespräch mit dem Sender CNBC verkündete Buffett zudem, dass er weitere Anteile am IT- und Beratungsunternehmen IBM gekauft hat. Sofort folgten zahlreiche Anleger seinem Beispiel. Nach Ausstrahlung des Interviews stieg der Aktienkurs von IBM um fast zwei Prozent.

Erst im August hatte Buffett für 37,2 Milliarden Dollar den Industriezulieferer Precision Castparts übernommen, den größten Zukauf in der Geschichte seines Unternehmens. Dennoch möchte Buffett auch in den nächsten Monaten das Geldausgeben nicht sein lassen. Er kündigte Buffett an, dass er in den kommenden vier bis fünf Monaten wahrscheinlich weitere 32 Millarden Dollar investieren würde, größtenteils in Precision Castparts. Doch von einem Prinzip weiche er trotz Shoppinglaune nicht ab. „Ich habe immer noch Geld, um zu kaufen. Ich behalte immer mindestens 20 Milliarden Dollar in bar.“

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