Was auf Anleger zukommt
Börsianer fürchten neue Rückschläge

Der Ausverkauf an der Börse verunsichert Anleger. Viele befürchten weitere Rückschläge und fragen sich, wo sie ihr Geld jetzt noch parken sollen. Experten raten: Weniger Aktien, mehr Anleihen, Geldmarktpapiere und Gold.

FRANKFURT. Der Redebedarf zwischen Anlageberatern und Kunden ist zurzeit groß. Und das wird auch in den kommenden Tagen so bleiben. Nach dem Kurssturz von zeitweise über vier Prozent im Dax rechnen viele Vermögensverwalter und Fondsmanager damit, dass im weiteren Wochenverlauf nochmals Abschläge drohen. "Die Finanzkrise ist auch nach den jüngsten Nachrichten um Lehman Brothers und Merrill Lynch noch nicht ausgestanden" sagt Dieter Merz, Chief Investor Officer bei Hauck & Aufhäuser.

Entsprechend groß ist das Streben nach Sicherheit. "Wenn wir die jüngsten Nachrichten als letztes Zeichen für ein Ende der Finanzkrise sehen würden, dann wäre großer Handlungsbedarf, um in den Kundenportfolios umzuschichten. Den sehen wir allerdings im Moment nicht", sagt Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse. Beim mittleren Portfolio, das einen Mittelweg zwischen spekulativen und konservativen Investmentansatz darstellen soll, hat er die Aktienquote auf 30 Prozent runtergefahren. Bis zu 60 Prozent wären hier maximal möglich. Stattdessen dominieren im Portfolio Anleihen mit einem Anteil von 42 Prozent.

Statt in Aktien zu investieren, flüchten derzeit viele Anleger in sichere Staatsanleihen und treiben deren Kurse nach oben. Im Gegenzug sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe - Messlatte für die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen im Euro-Raum - zum ersten Mal seit Mai knapp unter die Marke von vier Prozent. Der Bund-Future - Terminkontrakt auf langlaufende Bundesanleihen - sprang um 1,49 Prozentpunkte auf 115,44 Prozent nach oben. Sprünge um über einen Prozentpunkt sind selten.

Die zehnjährigen US-Staatspapiere stiegen um zwei volle Punkte und verzeichneten damit den stärksten Sprung an einem Tag seit 20 Jahren. "Die Investoren kümmern sich nicht darum, welchen Ertrag ihr Kapital bringt, sondern darum, dass sie es überhaupt zurückbekommen", sagte David Keeble, Leiter der Zinsstrategie bei der französischen Investmentbank Caylon.

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