Was das KGV derzeit aussagt
Günstige Aktien mit innerer Kraft

Kaufen und liegen lassen – funktioniert das noch? Dank der Korrektur im August gibt es jedenfalls so viele günstige Aktien wie seit Jahren nicht mehr.
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Bei 42 000 Euro fiel der Hammer des Auktionators. So viel zahlte ein Sammler vergangenes Wochenende für eine Aktie der Compagnie des Indes Orientales. Der Anteilsschein von 1665 ist damit nicht nur die älteste noch existierende Aktie, sondern auch eine der teuersten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) dürfte der stolze Besitzer dabei kaum als Kriterium für seine Kaufentscheidung herangezogen haben.

Im alltäglichen Börsenhandel aber läuft so gut wie nichts ohne die ebenso einfache wie uralte Kenngröße. Profis wie Fondsmanager, Private-Equity-Investoren und Vermögensverwalter mögen auch Charts analysieren, Bilanzen nach Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad durchforsten und sich von hohen Ebitda-Margen erwärmen lassen. Doch fast alle stellen sich vor dem Kaufen die immer gleiche Gretchenfrage: Wie teuer ist der Gewinn der Firma an der Börse? Wie hoch ist das KGV?

Zwar ist ein niedriges KGV "nur ein erster Hinweis auf eine unterbewertete Aktie, dem weitere, eingehendere Analysen folgen sollten", meint Klaus Schlote, Chef des Research beim Brokerhaus Solventis, "aber es ist und bleibt die am meisten beachtete Kenngröße am Aktienmarkt. Allein deswegen ist es nicht falsch, sie als ersten Filter bei der Titelauswahl heranzuziehen."

Wer dies tut, den ereilt eine überraschende Erkenntnis: Trotz der Rekordstände in Dax und Dow Jones Index gibt es derzeit viele Papiere, für deren aktuellen Jahresgewinn man weniger als das Neun- oder Zehnfache bezahlt (siehe Tabelle). Die große Masse der Firmen verdient so gut wie seit Ende der Sechzigerjahre nicht mehr; in den USA sind die Gewinnmargen der Unternehmen relativ zum Bruttoinlandsprodukt so hoch wie noch nie. Wegen des Einbruchs der Börsen im August haben die Kurse nicht Schritt gehalten. Folge: Viele Aktien sind auf dem Papier extrem günstig.

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