Was man bei der Interpretation beachten muss
Die richtigen Schlüsse ziehen

Geht es um das Thema Börsengänge, dann hören Kleinanleger von Analysten, Aktienschützern und Großinvestoren meist den gleichen Tipp: „Informieren, informieren, informieren“. Doch was sind aus dem Pulk von Informationen die wirklich entscheidenden Details, aus denen der Kleinanleger Rückschlüsse ziehen kann, ob das Zeichnen einer Aktie sinnvoll ist oder nicht? Eine Auflistung der wichtigsten Fragen soll dabei helfen.

FRANKFURT/M.Aktienangebot: Hier geht es konkret darum, welcher Anteil am Emissionsvolumen von Altaktionären stammt und welcher aus einer Kapitalerhöhung. Nur der Erlös aus der Kapitalerhöhung fließt dem Unternehmen direkt zu und kann für künftiges Wachstum verwendet werden. Er sollte deshalb möglichst hoch sein. Allerdings zeichnet sich gerade im laufenden Jahr der Trend ab, dass bei vielen Emissionen wie Wincor Nixdorf, Autoteile Unger oder Tenovis Altaktionäre den Ausstieg planen. Dies ist verständlich und nicht zu kritisieren. Die Anleger sollten jedoch darauf achten, dass ein Mindestanteil aus der Emission – Experten nennen eine Untergrenze von 25 Prozent – noch dem Unternehmen zufließt.

Lockup-Fristen: Altaktionäre, Gründer, Management und Mitarbeiter verpflichten sich dazu, nach dem Börsengang innerhalb einer bestimmten Frist keine Aktien abzugeben. Je länger diese Frist ist, umso mehr demonstrieren die Altaktionäre damit ihr Vertrauen in das eigene Unternehmen. Interessant ist dabei, zu welchen Konditionen die Mitarbeiter im Vorfeld Aktien kaufen durften und wie lange die Haltefrist läuft. Bei Wincor Nixdorf, deren Aktien gerade für 41 bis 50 Euro angeboten werden, konnten sie im Vorfeld des Börsengangs zu einem Preis von 18,27 Euro kaufen. Ein Jahr nach dem Börsengang dürfen sie dann verkaufen. Sollte die Emission gelingen und das Unternehmen anschießend keine Kurseinbruch erleben, ist damit zu rechnen, dass sich ab Mitte Mai 2005 viele Mitarbeiter von ihren Papieren trennen werden, der Kurs also unter Druck kommen wird.

Bewertung: Häufig lassen sich Unternehmen aus der gleichen Branche oder mit einem ähnlichen Geschäftsmodell finden, deren Aktien als Anhaltspunkt für die Bewertung dienen können. Davon ist dann ein Zeichnungsabschlag von 20 bis 25 Prozent vorzunehmen, damit die Aktie für Anleger attraktiv ist. Für Börsengänge ab einer bestimmten Größenordnung, bei denen bereits absehbar, dass sie später mal in einen Index wie Dax, MDax oder TecDax aufsteigen könnten, dient auch die durchschnittliche Bewertung dort als Maßstab.

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