Weihnachtsgeschäft
Glanzvolle Aktien im Depot

Die Gewinner des gerade beginnenden Weihnachtsgeschäftes stehen bereits fest, noch ehe am Sonntag das erste Adventslichtlein brennt: Elektronik-Produzenten, Anbieter von Luxusgütern, Online-Händler und in deren Sog die Logistiker werden nach Ansicht von Marktforschern in diesem Jahr besonders profitieren.

HB FRANKFURT. Für die Aktien der jeweiligen Unternehmen bedeutet das Analysten zufolge deutliches Potenzial nach oben. Die Kurse der großen Einzelhändler wie Metro, Karstadt-Quelle oder Douglas werden hingegen auch in diesem Jahr keinen Weihnachtsboom erleben.

Zwei Trends sind dafür verantwortlich: Zum einen wollen die Deutschen in diesem Jahr neun Prozent weniger als im vergangenen Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das hat gerade eine Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte ergeben. Des weiteren hält der Trend weg vom Einkauf im Einzelhandel und hin zum Internet weiterhin an. Ein 20-prozentiges Umsatzplus beim Internet-Einkauf erwarten die Experten der schwedischen Marktforschungsgesellschaft Tradedoubler in diesem Jahr in Deutschland. Gerade die Aktien der großen international agierenden Online-Häuser wie Amazon und Ebay profitieren von diesem Boom. Indirekt gewinnen auch Suchmaschinen wie Google oder Yahoo dank deutlich steigender Aktivitäten bei den Nutzern.

Der Prozess, dass das Internet-Geschäft auf Kosten des traditionellen Handels Marktanteile gewinnt, dürfte noch eine ganze Zeit anhalten, heißt es in einer aktuellen Studie der US-Investmentbank Morgan Stanley. Gerade die Marktführer würden davon profitieren. Die Kurse dieser Gesellschaften nehmen bereits seit Wochen die Entwicklung vorweg. Die Aktie des weltgrößten Online-Buchhändlers Amazon hat seit Ende Oktober 30 Prozent zugelegt, der Kurs des Auktionshauses Ebay ist seither um 25 Prozent gestiegen. Nichtsdestotrotz überschlagen sich die Analysten weiter mit Lobeshymnen. Gerade erst hat Mary Meeker von Morgan Stanley ihre Einschätzung, die Ebay-Aktie überzugewichten, erneuert.

Vom Trend, dass weltweit immer mehr Geschenke über das Internet gekauft werden, profitieren auch die Logistik-Konzerne, die die Pakete rechtzeitig bis zum Fest zum Kunden bringen müssen. Auch hier ziehen die Aktien der Branchengrößen seit einiger Zeit an. Die Deutsche Post, die niederländische TNT und die US-Paketdienste UPS und Fedex sind seit Wochen bei den Anlegern gefragt.

Anders als bei Elektronik-Konzernen ist das Weihnachtsgeschäft bei den Logistikern allerdings eher ein Zubrot. Ob Microsoft mit seiner neuen Spielkonsole Xbox 360, Apple mit den modifizierten Modellen des Musik-Players Ipod, mit dem nun auch Videos angesehen werden können, oder Research in Motion mit den neuen Blackberrys – sie alle setzen traditionell stark auf den Absatz vor dem Fest.

Im Mittelpunkt steht Microsoft. Der Konzern will im Weihnachtsgeschäft rund drei Millionen Stück der bis zu 400 Dollar teuren Xbox verkaufen. Von den 35 Analysten, die laut der Agentur Bloomberg die Aktien beobachten, empfehlen sie 32 zum Kauf. Ähnlich ist das Bild bei der Apple-Aktie, deren Kurs sich seit Sommer fast verdoppelt hat, und bei Research in Motion: Hier sehen rund zwei Drittel der Experten noch Luft nach oben.

Bleibt noch der Luxusbereich, dem Konjunkturschwäche, fehlende Kaufkraft und Massenarbeitslosigkeit traditionell nichts anhaben können. Die Aktien von LVMH, Richemont, Christian Dior und Tiffany werden auch 2005 von einem sehr guten Weihnachtsgeschäft profitieren, glauben Analysten.

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