Weisheit der Masse: Reich werden mit Aktientipps aus Twitter?

Weisheit der Masse
Reich werden mit Aktientipps aus Twitter?

Soziale Netzwerke liefern Informationen für die Kapitalanlage. Investoren saugen das Wissen vieler Internetnutzer auf, tippen auf einzelne Aktien und gründen Fonds. Doch erst wenige Anleger nutzen diese Möglichkeiten.
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DüsseldorfDer Mann heißt eigentlich Curtis James Jackson III, doch bekannt ist er als der Rapper „50 Cent“. Im Netzwerk Twitter verfolgen 5,9 Millionen Menschen, was der Musiker täglich auf 140 Zeichen zu sagen hat. Gelegentlich äußert er sich auch über Aktien, etwa die H&H Imports. Die Aktie mit dem Börsenkürzel HNHI kostet nur ein paar amerikanische Cent, doch im Januar vervierfachte sich der Kurs plötzlich. 

Auslöser war nach US-Medienberichten solch ein Kommentar auf Twitter: "Meine Freunde sagen, ich soll aufhören über HNHI zu schreiben, damit wir all das Geld bekommen. Hahaha. Probier es aus, es ist ein super Geschäft.“ Mittlerweile sind die Einträge gelöscht. Aus gutem Grund: Denn der Sänger ist an dem Unternehmen beteiligt. Von H&H Imports werden zum Beispiel Kopfhörer vertrieben, die mit dem Namen des Rappers 50 Cents beworben werden. Da kommt bei allzu euphorischen öffentlichen Äußerungen schnell der Verdacht auf Kursmanipulation auf. 

Das Beispiel zeigt, wie bedeutsam das noch sehr junge Netzwerk inzwischen auch für Anleger geworden ist. Das gilt insbesondere für Amerika. Millionen Menschen verbreiten dort jeden Tag in Twitter ihre Meinung über Gott und die Welt. Immer mehr dieser Kurznachrichten beziehen sich auf Unternehmen und Aktien, denn aktive Händler und auch Analysten nutzen das Netzwerk, um ihre Ansichten auszutauschen. 

„Durch soziale Netzwerke verschwimmt die Grenze zwischen Privatanlegern und Profi-Anlegern“, sagt daher Wall-Street-Experte Markus Koch. Das bedeute, dass der Markt psychologischer werde. Die „Weisheit der Vielen“ werde also immer wichtiger. Dies zeige auch der Publikumsjoker in der RTL-Sendung „Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch.  

Allen Hinweisen auf einzelne Unternehmen zu folgen, ist für Einzelpersonen jedoch unmöglich. Doch das müssen sie heutzutage auch gar nicht, denn diese Aufgabe übernehmen inzwischen Computerprogramme. Milliarden von Nachrichten durchforsten sie automatisch und achten dabei insbesondere auf Aktienkürzel wie etwa HNHI, die Aktie des Rappers 50 Cent. Bei einer Aktien-Nachricht, klopft das Programm diesen sogenannten Tweet mit einer leistungsfähigen Textanalyse darauf ab, ob die Haltung des Schreibers positiv oder negativ für das jeweilige Papier ist. Dazu wird die Software auf bestimmte Schlüsselworte programmiert, etwa calm, alert, sure, vital, kind oder happy. Komprimiert man viele dieser Tendenzen, ergibt sich daraus ein Signal, das sich zum Aktienhandel eignet.

 

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