Weitere Konsolidierung erwartet
Charttechniker: Die Luft beim Dax ist raus

„Die Luft ist raus, der Dax steckt tief im Sommerloch und dürfte weiter verschnaufen“, heißt es unter Charttechnikern. Sie erwarten für die kommenden Tage eine Fortsetzung der Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt.

vwd FRANKFURT. Die zurückliegende Woche habe dem Leitindex eine „spürbare Verschlechterung“ der mittelfristigen Verfassung gebracht, konstatiert Marcel Mußler, technischer Analyst der Mußler-Briefe. Der Schaden sei nicht unbeträchtlich. Nun sei wieder eine mittelfristige Schulter-Kopf-Schulter-Formation möglich, die potenzielle Nackenlinie verlaufe bei 3 270/3 275 Punkten.

Auch für die Analysten der WGZ-Bank deuten die Zeichen für den Dax eher Richtung Süden. Nachdem der Index in den vergangenen Handelstagen die untere Begrenzung des seit März gültigen Aufwärtstrends bei 3 373 Zählern unterschritten habe, sei die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Dax-Anstiegs auf 3 520 Punkte gesunken, so WGZ-Analyst Thorben Geise. Vielmehr generiere der Stochastik-Oszillator ein Verkaufssignal und weise mit fallenden Hochpunkten eine Divergenz zum Kursverlauf des Dax aus. Dies spreche ebenfalls für fallende Kurse.

Geise zufolge deutet die derzeitige Konstellation auf eine Korrektur bis auf 3 050 Zähler. Dieses Niveau wird seiner Meinung nach unter Schwankungen in den kommenden zwei Wochen erreicht. Ob sich der mittelfristige Aufwärtstrend dann unmittelbar fortsetze, sei momentan nicht zu erkennen. Dennoch deuteten die Faktoren auf ein Kursziel zum Jahresende von 4 000 Punkten. Eine Korrektur bis 3 050 Punkte erwartet Manfred Wolter von der Landesbank Rheinland-Pfalz zwar nicht, aber auch er rechnet mit fallenden Kursen. Der Dax könne zwar nochmal 50 Punkte hochlaufen, aber bei 3 375 Zählern werde es eng. Die nächste größere Unterstützung sieht er bei 3 300 Punkten.

Eine Unterstützung seitens der Wall Street sei auch nicht zu erwarten. Kurzfristige sehe das charttechnische Bild der US-Börsen zwar besser aus als das des Dax, aber mittelfristig sehe es dagegen deutlich schlechter aus, sagt Hans-Peter Reichhuber, Charttechniker bei der Bayerischen Landesbank.

So sei der Dow Jones mit sinkenden Umsätzen gestiegen, was nicht auf Nachhaltigkeit schließen lasse, auch wenn die kurzfristige Indikatoren nach oben gedreht hätten. Auch Reichhuber sieht den Dax bei 3 300 Punkten nach unten gut abgesichert. Der nächste Support sei dann bei 3 260/40 Stellen auszumachen.

Bei den Einzelwerten stechen unter anderem Schwarz Pharma ins Auge. Der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) zufolge zeigen die Titel nach ihrem Herbsttief bei zehn Euro nun ein charttechnisch sauberes Bild, wenn auch mit extremer Volatilität. Sollte die Aktien den Widerstand bei 32 Euro überwinden, gebe es Luft bis 40 Euro. Ebenfalls positiv bewertet werden T-Online. Die Titel lägen klar im Aufwärtstrend, konstatiert Stephen Schneider von der WGZ-Bank. Zwar seien sie stark überkauft, aber der Aufwärtstrend gehe derzeit sehr steil nach oben. Der nächste Widerstand sei bei 11,80 Euro auszumachen, danach gebe es Luft bis 14 Euro.

Etwas enttäuscht sind die Analysten von RWE. Die Aktien könnten eventuell noch bis 26/27 Euro laufen, dann sollte aber Schluss sein, sagt Schneider. Auf Wochensicht seien die Aktien überkauft, die Indikatoren generierten bereits Verkaufssignale.

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