Weltaktienmarkt
US-Börsen verlieren zunehmend an Bedeutung

Der Anteil der USA am Weltaktienmarkt ist auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren gefallen. Das geht aus den Ergebnissen einer 24-köpfigen Expertengruppe hervor, die Daten im Auftrag des US-Finanzministers Henry Paulson gesammelt hat. Sie kritisieren vor allem die strenge Regulierung im Land.

Bloomberg NEW YORK. Geleitet wird der Ausschuss vom früheren Wirtschaftberater der US-Regierung, Glenn Hubbard, und dem ehemaligen Präsidenten von Goldman Sachs, John Thornton. Demnach wurden mit Stand Ende September an den Börsenplätzen innerhalb der USA 35 Prozent der Welt- Aktienkapitalisierung gehandelt. Im Jahre 2001 waren es noch 52 Prozent. Als Grund für den sinkenden US-Anteil gilt die zunehmende Attraktivität schneller wachsender Auslandsmärkte.

Wenn die US-Regeln nicht geändert würden, werde sich die Situation weiter verschlimmern, sagte der Direktor des Committee on Capital Markets Regulation, Hal Scott.

Mit Stand 2. Dezember kamen die US-Börsen auf eine Marktkapitalisierung von 17,8 Billionen Dollar, zeigen Daten von Bloomberg. Zum Vergleich: Der chinesische Aktienmarkt wuchs seit Jahresanfang von 1,3 Billionen Dollar auf 3,9 Billionen Dollar an.

Die Attraktivität der US-Aktienmärkte sei in 12 von 13 für die Studie relevanten Kriterien unter die langjährigen Durchschnittswerte gesunken, hieß es im Bericht des Ausschusses weiter. Bereits im November 2006 hatte das Gremium eine Änderung der Börsenregeln verlangt. Darunter eine Modifikation des sogenannten Sarbanes-Oxley-Gesetzes, das nach den Betrugsskandalen um Enron und Worldcom eingeführt wurde. So sollten Verurteilungen von Unternehmen nur als allerletzte Option erwogen werden, empfahl der Ausschuss.

Die Zahl derjenigen Unternehmen aus den USA, die einen Börsengang außerhalb der USA durchführten, ist seit Jahresbeginn auf 15 angestiegen, berichtete das Gremium. Bis 2001 sei dieser Fall niemals aufgetreten. Zudem würden immer mehr ausländische Unternehmen auf ein Listing in den USA verzichten. Bis Oktober hätten 56 Unternehmen oder 12,4 Prozent aller ausländischen Unternehmen mit Börsennotierung in den USA, die US-Börsen verlassen, 2006 waren es erst 30. Die Entwicklung sei offenbar auf gelockerte Bestimmungen der SEC für Delistings zurückzuführen.

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