Welthandelsindex
Die Stunde der Optimisten

Die Geldschwemme der Notenbanken stützt derzeit die Kurse an den Börsen. Dax und Dow Jones jagen einen Rekord nach dem anderen. Doch wie viel steckt wirklich hinter den Kursen? Der Welthandelsindex gibt Antworten.
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FrankfurtEs sind die Fragen, die derzeit an den Börsen jeden beschäftigen: Beruhen die Höchststände der Kursbarometer wie Dax oder Dow Jones tatsächlich auf wirtschaftlicher Substanz? Oder ist allein das billige Geld der Notenbanken für den Höhenflug verantwortlich? Wer nachfragt, der bekommt nicht nur allzu oft ein "Ja, aber" zu hören. Er erkennt auch, dass in vielen Bereichen die Hoffnung auf bessere Zeiten nach einem leichten Durchhänger zu Jahresanfang dominiert.

Schon im März haben Exporte, Produktion und Industrieaufträge in Deutschland zugelegt. Die 251 Großanleger und Analysten, die das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) jeden Monat zu den Konjunkturaussichten befragt, waren jedenfalls vorsichtig optimistisch. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate bewerteten sie leicht besser.

Das deckt sich mit einer anderen Einschätzung, auch wenn sie aus einer anderen Richtung kommt: Der Welthandelsindex, den die Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber aus Köln jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt errechnet, ist gerade auf 65,0 Punkte gestiegen - und damit auf den zweithöchsten Stand seit der ersten Erhebung Anfang 2011.

Das Alleinstellungsmerkmal des Indexes: Er bündelt alle Warenströme zu Wasser, zu Land, auf der Schiene und in der Luft. Indexstände über 50 Punkten deuten auf wachsenden Welthandel hin. Darunter schrumpft er.

Zwar dämpft Zschaber trotz des aktuell hohen Indexstandes allzu große Euphorie. Vor allem deshalb, weil die Wirtschaft der Euro-Zone immer auf der Bremse steht. Allerdings: "Der Welthandel befindet sich in der Grundtendenz auf Erholungskurs". Denn in Asien, Lateinamerika und den USA verstärkt sich die positive Dynamik. Das sollte gerade die Aktien der exportlastigen deutschen Unternehmen antreiben. Aktien, die davon besonders profitieren, sind seiner Ansicht nach Continental, Tiffany und Beiersdorf.

Dies speziell mit Blick auf das kommende Jahr. "Ich erwarte eine deutliche Zunahme der Kapazitäten als auch der Handels- und Investitionsströme in den kommenden 24 Monaten". Vor allem der bisher darbende europäische Handel könnte dann allmählich wieder in Fahrt kommen.

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