Welthandelsindex
Gute Perspektiven für die Aktienmärkte

Das für viele Analysten enttäuschende Wachstum in China macht sich auch im Welthandelsindex bemerkbar. Die Kennzahl für den Warenverkehr ist leicht gesunken – doch der Index signalisiert weiterhin deutliches Wachstum.
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FrankfurtEs war eine der vielen negativen Überraschungen, die die Anleger in dieser Woche verschmerzen mussten. Dass die Wirtschaft in China im ersten Quartal nur um 7,7 Prozent gewachsen ist, werten viele als Enttäuschung. Mit einer Acht vor dem Komma hatten die meisten gerechnet. Entsprechend negativ fielen die Kommentare aus.

Auch beim Welthandelsindex, den die Kölner Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus Zschaber jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt berechnet, zeichnet sich dieses Bild ab. Nachdem der Index, der den weltweiten Warenverkehr zu Wasser, zu Land, in der Luft und auf der Schiene abbildet, in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen war, ist er nun im März erstmals seit dem vergangenen Sommer wieder leicht gefallen.

„Wir alle müssen akzeptieren, dass es in der Wirtschaft keine Linearität gibt, sondern wir immer wieder zyklische Pausen erleben werden“, erläutert Markus Zschaber. Grund zur Beunruhigung oder gar zur Panik sieht er indes keineswegs. Dafür notiert der Welthandelsindex mit derzeit 64,3 Punkten noch immer viel zu hoch. Demnach dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion in den kommenden Monaten weiter ansteigen. Auch auf Nachfrageseite dürfte die hohe Stabilität anhalten.

Bereits Indexstände über 50 Punkten deuten auf einen wachsenden Welthandel inmitten einer wachsenden Gesamtwirtschaft hin. Erst unterhalb von 50 Punkten schrumpft dagegen der Welthandel, unter 45 deutlich.

Insofern stehen trotz der jüngsten Korrektur an den Aktienmärkten die Chancen für den weiteren Verlauf des Jahres gut. „Mit Blick auf die langfristige Entwicklung bleibe ich grundlegend optimistisch, für 2014 ist die Perspektive sogar nochmals deutlich positiver“, prophezeit Zschaber. Dabei spielt es auch nur eine untergeordnete Rolle, dass Europa weiter im Krisenmodus bleibt. Die sehr lockere Geldpolitik in den USA und in großen Teilen Asiens stützen.

Aus dieser Gemengelage hat Markus Zschaber ein Welthandelsportfolio mit Werten zusammengestellt, die von den globalen Handelsströmen profitieren. Vertreten sind dort unter anderem SAP, Procter & Gamble sowie Ericsson. Der Walldorfer Software-Riese steht Zschaber zufolge für zweistellige Wachstumsraten. Die gute Produktpalette sorgt weiter für starke Absätze in den USA und in Asien.

Der weltgrößte Konsumgüterhersteller Procter & Gamble verkauft seine Waren in mehr als 180 Länder der Erde und profitiert allein deshalb von einem Aufschwung im Welthandel. Der schwedische Telekom-Ausrüster bringt ähnliche Grundvoraussetzungen mit, wurde aber bisher von den meisten Anlegern noch nicht entdeckt.

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