Welthandelsindex: Gute Vorzeichen für die Börse

Welthandelsindex
Gute Vorzeichen für die Börse

Die Risikobereitschaft steigt. Zu Beginn des neuen Jahres werden viele Anleger wieder aktiver. Vor allem die frühzyklischen Signale aus den Bereichen Bestellungen und Aufträge stimmen positiv.
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FrankfurtBörse hat häufig etwas mit Emotionen, Gefühlen und Launen zu tun. Weil dem so ist, kommen viele Anleger mit Beginn des neuen Jahres wieder aus der Deckung. „Bei einer anhaltenden US-Konjunkturerholung spricht einiges dafür, dass die Risikobereitschaft 2013 deutlich zunehmen wird“, sagt Christophe Bernard, Chefstratege beim Schweizer Bankhaus Vontobel.

Dabei sind es aktuell nicht nur die Stimmungen, die die Kurse treiben. Harte Fakten von der Handelsseite stützen die positiven Aussagen zum Markt. Der Welthandelsindex, den die Kölner Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist zuletzt auf 62,5 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit April vergangenen Jahres gestiegen.

Der Welthandelsindex umfasst alle relevanten Daten aus den vier Handelswegen zu Wasser, in der Luft, auf der Straße und auf der Schiene. Damit bietet er einen weitaus umfassenderen Überblick über den Welthandel als die bisher verfügbaren Barometer. Indexstände über 50 Punkte deuten einen wachsenden Welthandel an, inmitten einer wachsenden Gesamtwirtschaft. Unterhalb von 50 Punkten schrumpfen die Handelsaktivitäten, unter 45 Punkten sogar deutlich.

„Saisonbereinigt sehe ich eine wirklich gute Ausgangslage für dynamische Steigerungen auf der Nachfragekurve in den kommenden Monaten“, sagt Markus Zschaber. Für den Aktienmarkt bedeutet das seiner Ansicht nach, dass gerade deutsche Aktien ein klarer Kauf bleiben. Trotz des bereits fulminanten Kursanstiegs in den vergangenen zwölf Monaten. Insgesamt sieht er die Lage im Moment sogar noch besser als die ohnehin schon gute Stimmung.

Vor allem die frühzyklischen Signale aus Bestellungen und Aufträgen lassen Optimismus keimen. Hinzu kommen langfristige Aussichten, deren Ausmaß sich aktuell noch gar nicht in aller Konsequenz abschätzen lassen. Beispiele dafür sind die Reindustrialisierung der USA und der Paradigmenwechsel in China zu noch höher Aktivität in der Binnenwirtschaft.

Zwar sind die internationalen Kapazitäten bei Produktion und Verarbeitung immer noch von einer Vollauslastung entfernt. Wichtig sei jedoch, dass sich die Produktionslücke zunehmend schließt. Dagegen sind die bisher politisch dominierten Themen in den Hintergrund gedrängt worden. Das gilt sowohl für die Euro-Krise als auch für die Haushaltssorgen der USA.

„Vieles wird im politischen Kontext heißer gekocht als schlussendlich gegessen“, sagt Markus Zschaber. Dass sich jetzt die Börsen wieder mehr auf Zahlen und Fakten fokussieren, wertet er als positives Signal in Richtung einer Normalisierung. Topempfehlungen sind für ihn deswegen Adidas, SAP, Henkel, Bayer, BMW und Beiersdorf. Aus der zweiten Reihe zählt er Gildemeister, Leoni, Gea, Dürr und Krones dazu.

Kommentare zu " Welthandelsindex: Gute Vorzeichen für die Börse"

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  • Gute Zeichen??? die Weltwirschaft soll doch um 4,5% schrumpfen. was soll da gut sein?

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