Welthandelsindex steigt
Die unterschätzte Quelle des Wachstums

Die Geldpolitik der Federal Reserve hat hypnotische Wirkung auf die Anleger. Dabei bleibt der eigentliche Kurstreiber der Börsen unbeachtet: Der Welthandel. Er liefert eine Erklärung für die Hausse.
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FrankfurtBeim Blick in diese Woche hatten die Börsianer nicht mit Superlativen gespart. Von wegweisenden Entscheidungen war die Rede, von einem Wendepunkt und womöglich neuen Jahreshochs. Dabei blickten sie auf die Sitzung der US-Notenbank (Fed), die anstehende Bundestagswahl und auf den dreifachen Verfallstag an den Terminmärkten zum Wochenausklang.

Zumindest die Fed-Entscheidung war im Nachhinein alles andere als wegweisend. „Wer das Gefühl hat, die Fed sorge mit der erneuten Verlängerung des Anleihekaufprogramms für Verwirrung, der hat nicht ganz unrecht“, kommentiert denn auch Trevor Greetham vom Fondshaus Fidelity das „Weiter so“ der US-Notenbank.

Von der eigentlichen Triebfeder für die Börsenkurse, der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der börsennotierten Unternehmen, war indes in den vergangenen Wochen kaum noch die Rede. Dabei kommt gerade von dort im Moment die allergrößte Unterstützung für weitere Höchststände an den Börsen.

Der Welthandelsindex, die Aufstellung aller Handelsströme mit Schiffen, Flugzeugen, Eisenbahnen und Lastwagen, stieg im August ein weiteres Mal - auf Rekordniveau. Bisher gab es solche Erhebungen nur für einzelne Bereiche, wie beispielsweise den Baltic Dry Index für die Schifffahrt. Diesmal ging es auf 70,1 Punkte, wie die Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber in Köln exklusiv für das Handelsblatt berechnet hat. Das stellt ein erneutes Allzeithoch in der mittlerweile zweijährigen Geschichte des Marktbarometers dar. Zur Erläuterung: Schon ab Indexständen über 50 Punkten wächst der Welthandel.

Den Stand von mehr als 70 Punkten wertet Markus Zschaber als Zeichen für weitere positive Überraschungen an den Börsen. „Dies ist ein Ausdruck von einer sich weiter belebenden Konjunktur, die durch politische Unsicherheiten noch keine Entfaltung ihrer wirklichen Stärke zeigen konnte“, kommentiert Zschaber das Ergebnis. Weil es in den vergangenen Jahren eine Vielzahl verschiedener Krisenherde gegeben hatte, hielten sich viele Unternehmen mit Großinvestitionen zurück. Ein Investitionsstau war die Folge. Der könnte sich jetzt mit wachsender Zuversicht allmählich auflösen.

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