Weltwirtschaft
Lachende Araber - weinende Anleger

Finanzkrise und Ölpreisrally drücken den Märkten im ersten Halbjahr weltweit den Stempel auf. Das gefährliche Gemisch macht Anlegern und Unternehmen weltweit zu schaffen. Nür die arabischen Ölscheichs dürften sich über die momentane Lage freuen.

FRANKFURT. 20 Prozent Minus auf der einen Seite, 50 Prozent Plus auf der anderen. Besser als an der Entwicklung des Deutschen Aktienindex (Dax) und des US-Ölpreises kann man die Stimmung an den Kapitalmärkten im ersten Halbjahr kaum festmachen. Während Aktien von der wachsenden Unsicherheit der Anleger schwer belastet wurden, setzten Rohstoffe ihre Hausse fort. Und zwar so rasant, dass sie die Inflation weltweit in die Höhe trieben. Das belastete die Börsen zusätzlich. Und sorgte dafür, dass auch Anleihen ihrem Nimbus als sicherer Hafen bei fallenden Aktienkursen diesmal nicht gerecht werden konnten. So konnte sich im ersten Halbjahr lediglich Gold als klassische Krisenanlage behaupten - auch deshalb, weil der Dollar seine Talfahrt fortsetzte.

Wie schlecht hingegen die Stimmung an den Aktienmärkten zurzeit ist, zeigte sich gestern ganz deutlich. Mit einem Minus von zeitweise bis zu 1,5 Prozent setzte in Deutschland der Dax einen negativen Schlusspunkt unter ein durch und durch misslungenes Halbjahr mit Belastungen von allen Seiten, denen die grassierenden Inflationsängste jetzt die Krone aufsetzen.

Konjunkturschwäche, Dollar-Tief und Finanzkrise sind die weiteren Faktoren, die das Börsenklima grundsätzlich verdarben und Anlegern wenig Zeit zum Durchschnaufen ließen. Lediglich nach der Rettung der US-Bank Bear Stearns, die Mitte März vom Konkurrenten JP Morgan aufgefangen wurde, machte sich vorübergehend etwas Hoffnung an den Märkten breit. Die Erholung reichte aber nur bis Mitte Mai. Seither stehen bei den Anlegern wieder die Risikofaktoren im Fokus, allen voran die ausufernde globale Teuerung, die die Ausgabefreude der Konsumenten hemmt und über eine restriktivere Politik der Notenbanken weltweit auch die Konjunktur bedroht.

Für die Ertragsaussichten der Unternehmen sind das schlechte Vorzeichen, weswegen Analysten seit Monaten ihre Prognosen für die Firmengewinne nach unten revidieren. Inzwischen gehen die meisten Experten davon aus, dass amerikanische und europäische Firmen in diesem Jahr weniger verdienen werden als noch 2007. Deutliche Kursverluste durch fast alle Sektoren sind die Konsequenz. Im Dax etwa gibt es mit dem Autobauer VW, dessen Papiere seit Jahresbeginn 15 Prozent zulegten, sowie Merck und Thyssen-Krupp, die heute ganz leicht über dem Stand Anfang Januar liegen, nur drei Gewinner, während ein Drittel der Dax-Aktien, darunter die meisten Finanzwerte, um mehr als 30 Prozent zurückfiel.

Seite 1:

Lachende Araber - weinende Anleger

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%