Werbung für „Binäre Optionen“: Seriosität wird nur vorgegaukelt

Werbung für „Binäre Optionen“
Warnung vor Finanzwetten im Netz

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Seriosität wird nur vorgegaukelt

Da sich Verbraucher zunehmend über Broker von Binären Optionen beschwerten, habe das Team Geldanlage und Altersvorsorge der Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg die Branche stichprobenartig unter die Lupe genommen. Herausgekommen sind teils verheerenden Ergebnisse.

„Binäre Optionen werden als einfache und vielversprechende Geldanlage dargestellt, eine Vielzahl der Anbieter ist aus unserer Sicht jedoch fragwürdig. Oft wird Seriosität mit unlauteren Mitteln vorgegaukelt“, sagt Referentin Beate Weiser. So habe das Marktwächter-Team etwa gefälschte Nachrichtenartikel im Design renommierter Nachrichtenseiten gefunden.

Zudem berichteten Verbraucher im Rahmen der Untersuchung auch von unerlaubten Werbeanrufen der Broker. Zum Teil konnte erst gegen eine obligatorische Geldeinlage von circa 250 Euro ein Nutzerkonto eröffnet werden. Ein weiterer Kritikpunkt: Die überprüften Anbieter verwirrten oft mit schlecht übersetzten Geschäftsbedingungen, außerdem seien die Regelungen zur Auszahlung gewonnener Beträge unklar.

„Weil die Anbieter sehr häufig im Ausland sitzen, können Verbraucher ihr Recht nur schwer durchsetzen. Die Rückforderung einbezahlter Einlagen müsste im Zweifelsfall über einen langen Rechtsweg eingeklagt werden. Viele Broker sind gar nicht greifbar“, warnt Weiser. Auf den Webseiten fehlen oft Impressum und Kontaktangaben. Etliche AGB seien in Deutschland nach Auffassung des Marktwächters rechtswidrig.

Die hiesige Finanzaufsichtsbehörde Bafin ist bereits im vergangenen Spätsommer auf die umstrittenen Investmentvehikel aufmerksam geworden und prüft seitdem, wie fair es in diesem Handelssegment zugeht. Die rechtliche Basis hierfür liefert seit 2015 eine Neuauflage des Wertpapiergesetzes, das es den Marktkontrolleuren ermöglich, bei Bedarf ganzen Produktkategorien die Handelszulassung zu entziehen. Bei den jetzt vorgelegten Studienergebnissen der Verbraucherschützer dürfte auch die Aufsichtsbehörde hellhörig geworden sein.

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Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur

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