Wertpapiermärkte unter der Lupe
Spaniens Aktien holen auf

Der spanische Aktienindex Ibex hat die Turbulenzen dieses Jahres dank einer beachtlichen Endrally wieder aufgeholt. Auch für 2008 gehen die meisten Experten davon aus, dass der Index das sechste Jahr in Folge ein ordentliches Wachstum hinlegen wird. Die im März anstehenden Parlamentswahlen, die absehbare deutliche Abkühlung der spanischen Volkswirtschaft, und die Kreditkrise dürften den Unternehmen allesamt nicht viel anhaben, so die Analysten.

MADRID. Der Ibex gewann 2007 knapp 12 Prozent, die Dividenden eingerechnet sogar mehr als 15 Prozent. Nach einem starken Einbruch im Februar auf Grund der platzenden Immobilienblase hatte sich der Ibex wieder erholt, litt dann aber im August stark unter der weltweiten Panik im Zuge der Krise um die zweitklassigen US-Hypothekenkredite. Doch zur Überraschung der meisten Analysten legte der spanische Aktienmarkt seit Oktober eine ansehnliche Aufholjagd vor. Das gute Ergebnis wurde allerdings nur vor allem von einer Handvoll Schwergewichte erwirtschaftet. Von den 35 Unternehmen des Ibex verzeichneten 17 im Gesamtjahr 2007 sogar Kursverluste.

Star des Jahres 2007 war zweifellos Telefonica mit einem Plus von 42 Prozent. Die durchweg guten Ergebnisse des Unternehmens auf seinen wichtigsten Märkten Spanien und Lateinamerika sowie zuletzt der Einstieg der Telefonica in Telecom Italia überzeugten die Anleger. Telefonica ist mit knapp 20 Prozent das größte Gewicht des Ibex und war in diesem Jahr für mehr als die Hälfte des Ibex-Anstiegs verantwortlich. Neben Telefonica trugen vor allem Iberdrola, Acciona, Santander und Endesa zu dem guten Ergebnis des Index bei. Iberdrola und Acciona überzeugten mit ihrer starken Ausrichtung auf Windenergie. Das Geldhaus Santander (17 Prozent des Ibex) zeigte mit Rekordergebnissen eine absolute Resistenz gegen die internationale Kreditkrise. Die Aktie des Versorgers Endesa schließlich profitierte von der Übernahme durch Acciona und die italienische Enel.

Im kommenden Jahr, so meinen die Analysten von Fortis, könnte der Ibex auf nahezu 17 950 Punkte steigen, was einer Aufwertung von mehr als 14 Prozent entspricht. Als Motor erwartet Fortis weitere Fusionen und Übernahmen im Zuge der Konsolidierung des Energie- und Banksektors, mit dem Energieversorger Union Fenosa und der zweitgrößten spanischen Bank BBVA als Protagonisten. "Unión Fenosa käme für eine Operation mit Gas Natural in Frage", sagt Antonia Lopez von Fortis. Die Bank BBVA indes sei 2007 schwer für ihre beiden Kapitalerhöhungen im Zuge der Käufe in den USA bestraft worden, obwohl ihre Ergebnisse im Rhythmus von 15 Prozent wuchsen, so Lopez. Die Aktie sei daher sehr günstig und es gebe einen großen Streubesitz. Entsprechend seien Übernahmen denkbar.

Die zweitgrößte spanische Sparkasse Caja Madrid erwartet einen Anstieg des Ibex um zehn Prozent auf 17 400 Punkte und setzt vor allem auf den Banken- und Bausektor. Die Banken würden ein Gewinnwachstum von 15 Prozent und eine Rentabilität pro Dividende von 4,7 Prozent erwarten, besser als die europäische Konkurrenz, erklärt Victor Peiro von Caja Madrid. Diese Charakteristika würden eine Aufwertung des Sektors um 18 Prozent rechtfertigen. Die Favoriten des Sektors von Caja Madrid sind BBVA wegen ihres nachhaltigen Gewinnwachstums sowie Banco Popular, welche die beste Rentabilität-Risiko-Kombination aufweise.

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