Wetten auf Kursbewegungen

Hedgefonds-Krise? Nicht mit Sir Chris Hohn!

Wie hat er das gemacht? Die Hedgefonds-Legende Sir Chris Hohn hat zuletzt 14 Prozent Rendite mit seinem zehn Milliarden schweren Fonds erzielt – während die Konkurrenz große Probleme hatte. Einige Erklärungen.
Mit Geldern des erfolgreichen TCI-Fonds – „The Children's Investment Fund“ – hat Hohn auch eine milliardenschwere Stiftung für Kinder eingerichtet. Der Fondsmanager ist für seine üppigen Spenden an Kinder bekannt. Quelle: GETTY IMAGES
Sir Chris Hohn

Mit Geldern des erfolgreichen TCI-Fonds – „The Children's Investment Fund“ – hat Hohn auch eine milliardenschwere Stiftung für Kinder eingerichtet. Der Fondsmanager ist für seine üppigen Spenden an Kinder bekannt.

(Foto: GETTY IMAGES)

FrankfurtNein, an Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. Die Hedgefonds-Legende Sir Chris Hohn hat seinen zehn Milliarden Dollar schweren „The Children’s Investment Fund“ (TCI) jetzt als „Anti-These zu den klassischen Hedgefonds“ beschrieben – weil er eine Rendite von 14 Prozent erzielt hat, während andere Geldtöpfe ins Schwimmen gekommen sind.

Altmeister Hohn schaffte es dieses Jahr auf die vorderen Plätze bei den Hedgefonds, ihm halfen dabei seine großen Aktien-Wetten auf die Privatisierung der spanischen Flughäfen, den europäischen Flugzeugbauer Airbus sowie den US-Wert Time Warner Cable.  Damit liegt die durchschnittliche Rendite von TCI seit der Auflegung des Fonds im Jahr 2004 bei jährlich 18 Prozent verglichen mit 6,9 Prozent für den S&P-500-Aktienindex.

Sir Chris machte jetzt gegenüber der „Financial Times“ klar, warum er sich von der breiten Masse der übrigen Hedgefonds abhebt: „Wir sind das Gegenteil. Sie sichern sich ab, wir kaufen. Wir nehmen Risiken. Sie denken kurzfristig, wir langfristig. Sie sind passiv, wir beschäftigen uns mit der Sache. Sie nehmen hohe Gebühren, wir niedrige.“

So viel verdienen die Hedgefonds-Manager
Platz 10: Charles (Chase) Coleman III
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Charles (Chase) Coleman III, Tiger Global Management, verdiente im Jahr 2014 „nur“ 425 Millionen Dollar und schaffte es damit unter die Top-10-Verdiener der Hedgefonds-Manager. Tiger Global Management wurde von Charles Coleman gegründet – als Ableger der Gesellschaft Tiger Management, die der legendäre Investor Julian Robertson zum Erfolg geführt hatte. Seit 2001 schafft der Fonds zweistellige Renditen für die Investoren.

Quelle: Alpha Magazine

Platz 9: O. Andreas Halvorsen
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Ole Andreas Halvorsen von Viking Global Investors verdiente vergangenes Jahr insgesamt 450 Millionen Dollar. Halvorsen gründete die Gesellschaft 1999, zu seinen Karrierestationen zählte auch die M&A-Abteilung von Morgan Stanley. Bevor er in die USA kam, war er Offizier bei einer norwegischen Eliteeinheit des Militärs.

Platz 8: David Shaw
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David Shaw, D.E. Shaw Group, verdiente 2014 530 Millionen Dollar. “The Brain” ist nicht mehr in das Tagesgeschäft eingebunden, er legt aber natürlich immer noch die grundlegenden Strategien fest.  Die meiste Zeit verbringt er als Chef-Wissenschaftler beim D. E. Shaw Research, LLC, das sich interdisziplinär mit dem Forschungsfeld Biochemie/Computer beschäftigt. Er gehört zum wissenschaftlichen Beraterkreis von US-Präsident Obama.

Platz 7: Larry Robbins
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Larry Robbins, Glenview Capital Management, verdiente 2014 570 Millionen Dollar. Er ist auch ein aktiver Ratgeber. Viel Interesse weckte sein Vorschlag , die Schnellrestaurantkette McDonalds solle ihren Immobilienbestand ausgliedern.

Platz 6: Michael Platt
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Michael Platt von Blue Crest Capital Management erhielt im Jahr 2014 800 Millionen Dollar Gehalt. Der Hedgefonds-Manager war lange Jahre bei der US-Investmentbank JP Morgan tätig. Er ist etwas medienscheu und gilt als großer Kunstliebhaber.

Platz 5: Israel (Izzy) Englander
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900 Millionen Dollar verdiente vergangenes Jahr Israel (Izzy) Englander bei Millennium Management. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Hedgefonds hatte vor sechs Monaten mit einem spektakulären Immobilienkauf die Schlagzeilen beherrscht. Er blätterte für eine Wohnung in der New Yorker Park Avenue 71,3 Millionen Dollar hin.

Platz 4: William Ackman
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William Ackman von Pershing Square Capital Management bekam 2014 950 Millionen Dollar Gehalt. Seine Fonds spekulieren mit Aktien, sie verzeichneten Zuwächse zwischen 36 und gut 40 Prozent. Zu seinen Top-Picks zählten die Pharmafirma Allergan und Herbalife.

Mit seiner Performance kann Hohn die Muskeln spielen lassen, denn die Hedgefonds-Branche hat ein schwaches Jahr hinter sich. Viele Strategien gingen nicht auf, vor allem dann, wenn man auf die Konjunktur, Währungen oder Rohstoffe wettete. Gleichzeitig mucken die Investoren auf, weil sie für eine relativ schlechte Leistung der Hedgefonds hohe Gebühren zahlen müssen.

Bei TCI sind die Gebühren an zu erreichende Renditeziele gekoppelt, außerdem werden Investoren belohnt, die sich länger an TCI binden. Seit Auflegung des Fonds vor elf Jahren geht ein Teil der Erlöse in eine Stiftung, die „Children’s Investment Fund Foundation“. Mittlerweile hat diese einen Wert von rund vier Milliarden Dollar und gehört somit zu den größten in Großbritannien. Hohn wurde vergangenes Jahr dafür in den Adelsstand erhoben. Auch damit können die meisten Fondsmanager nicht mithalten.

Der Philantrop machte in Deutschland vor rund zehn Jahren noch ganz andere Schlagzeilen, als er mit TCI die Übernahme der Londoner Börse durch die Deutsche Börse verhinderte. Danach mussten der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Werner Seifert, und Aufsichtsratschef Rolf-E. Breuer, ehemals Vorstandssprecher der Deutschen Bank, ihre Posten räumen. Unterschätzen, das ist sicher, würde heute niemand mehr den Mann mit dem Ritterschlag.

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