Wichtige Indizes leiten Stabilisierungsphase ein
Konsolidierung oder Ende der Kurs-Rally

Sehen wir uns die Kursverläufe der international wichtigsten Aktienindizes rückblickend an, so fallen die ausgeprägten sekundären Aufwärtstrends der vergangenen Wochen und Monate auf, in deren Zusammenhang neue Bewegungs- und zum Teil Jahreshochs markiert wurden.

FRANKFURT/M. Markttechnisch interessant ist, dass diese Trendverläufe mit einer ansteigenden Bewegungsdynamik verliefen, was eine akzeptable Stabilität erwarten ließ.

Das technisch prägendste Ereignis in der abgelaufenen Woche war jedoch eine abwärts gerichtete Reaktionsbewegung. Diese war so stark, dass in einzelnen Indizes schon zur Wochenmitte die berechneten maximalen Korrekturpotenziale erreicht waren. Damit sind die Chancen für eine unmittelbar bevorstehende Fortsetzung der charttechnisch noch immer gültigen sekundären Aufwärtstrends deutlich gesunken.

Unter strategischen Gesichtspunkten erfüllen die internationalen Indizes weiter die notwendigen Bedingungen für intakte, übergeordnete sekundäre Aufwärtstrends. Diese behalten nach den Regeln der Dow Theorie solange ihre Gültigkeit, wie die jüngst ausgebildeten Tiefstände der vorangegangenen Reaktion nicht unterschritten werden. Dies wären im Dax 3 438, im Euro-Stoxx-50-Index 2 525 und im Dow Jones 9 233 Indexpunkte.

Aus markttechnischer Sicht fällt die Beurteilung bereits weniger optimistisch aus. Auffällig ist der Rückgang der allgemeinen Bewegungsdynamik. Orientiert man sich an der Entwicklung des ADX-Indikators (meist genutzter Indikator zur Bewertung der Bewegungsdynamik), ist ein Abfall der ADX-Kurve (in seiner Standardeinstellung) in fast allen beurteilten Indizes zu erkennen.

Kurzfristig werden sich die sekundären Aufwärtstrend wohl nicht fortsetzen, bestenfalls ist mit einer Stabilisierung zu rechnen. Ob es zur Ausbildung einer Konsolidierungszone kommt, oder ob sich die jüngsten Abwärtsimpulse zu einem Abwärtstrend verfestigen, der auch die Sekundärtrends gefährdet, sollte sich in Kürze zeigen. Wenn sich die Korrekturansätze vom Donnerstag fortsetzen, steigen die Chancen auf eine Konsolidierung. Mögliche Begrenzungen lägen dann im Bereich der Bewegungshochs der Vorwoche und – nach unten – bei den jüngsten Reaktionstiefs. Neue Bewegungs- und Jahreshochs halten wir auf Grund der rückläufigen Bewegungsdynamik für recht unwahrscheinlich.

Uwe Wagner ist technischer Analyst bei der Deutschen Bank in Frankfurt/Main.

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