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Wie der China-Faktor am Goldmarkt wirkt

Private Investoren in China – und damit ein Viertel der Weltbevölkerung - können seit kurzem ohne Einschränkung Gold erwerben. Beim Brokerhaus Merrill Lynch wird Gold unter anderem auch deshalb positiv gesehen, weil ein enger Zusammenhang zwischen dem Leistungsbilanzdefizit der USA gegenüber China besteht. Peking verhindert eine Aufwertung des Renminbis u.a. durch den Kauf von Dollar- Staatsanleihen.

HB FRANKFURT/M. Die VR China und Japan sind die größten ausländischen Besitzer von US-Staatsanleihen. Dies ist sowohl für die USA als auch für die beiden Gläubigerländer beunruhigend. Für die USA ist es politisch unbequem, da die Notenbank die Kontrolle über ihre Geldpolitik verlieren könnte, falls China und Japan in großem Maße Staatsanleihen verkaufen. Für China besteht durch diese starke Konzentration der eigenen Währungsreserven auf US-Staatsanleihen – zumindest theoretisch - ein erhöhtes Risiko.

Wegen der guten Bonität der USA sei dieses Risiko zwar zu vernachlässigen, doch erscheine allein der Umfang der Positionen beunruhigend, sagt Graham Birch von Merrill Lynch. Daher sei es über kurz oder lang nötig, dass die vorhandenen Außenhandelsüberschüsse in andere Anlagen diversifiziert werden. Diese Alternativen müssten gewisse Merkmale aufweisen, um sie als Zentralbankreserve einsetzen zu können. Sie müssten in US-Dollar denominiert sein, dürften kein zu hohes Risiko aufweisen und müssten zudem eine Absicherung gegen das Kreditrisiko bieten. Da Staatsanleihen in einem inflationären Umfeld an Wert verlieren, sei eine mit Inflationsschutz versehene Kapitalanlage wünschenswert, sagt Birch. Der einzige Vermögenswert, der diese Kriterien wirklich erfülle, sei Gold. Die VR China habe in den vergangenen Monaten ihre Goldreserven bereits deutlich erhöht.

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