Wikifolio
Soziales Netzwerk für Anleger

Anlegen im Web 2.0: Auf der Internet-Plattform Wikifolio vertrauen Menschen ihr Geld einem Trader an, der für sie handeln soll. Kann das funktionieren? Wir stellen die Chancen und die Risiken vor.
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DüsseldorfSoziale Netzwerke haben Hochkonjunktur. Internetnutzer wollen sich beteiligen, austauschen, kritisieren, loben. Dies soll es nun auch für Anleger geben. Mit echtem Geld. Anbieter ist die Plattform Wikifolio.com.

Wie der Name schon verrät, handelt es sich um Inhalte, die vom Nutzer erzeugt werden, wie bei dem wohl berühmtesten Wiki-Projekt: Wikipedia.

Die Grundidee: Ein Teilnehmer führt ein Musterdepot (ein Wikifolio) und macht dieses öffentlich. Wenn er seine Sache gut macht, dann werden andere Anleger auf ihn aufmerksam. Sie können sich das Musterdepot anschauen und die Strategie nachmachen. Um es mit der Sprache von Twitter zu sagen: Sie „folgen“ dem Trader.

Wikifolio verspricht Transparenz, klare Gebühren und keine bösen Überraschungen. Aber wo liegen die Risiken? Ist es nicht sehr gewagt, sich auf andere zu verlassen, wenn es um echtes Geld geht? Wir wollen Ihnen die Plattform, an der die Verlagsgruppe Handelsblatt beteiligt ist, genauer vorstellen.

Was ist ein Wikifolio?
Ein Wikifolio kann von jedem volljährigen Teilnehmer erstellt werden. Dabei handelt es sich nicht zwingend um Profis. Sie stellen ein Musterportfolio zusammen, in das andere investieren können.

Das funktioniert über ein Zertifikat, das von Lang & Schwarz (L&S) herausgegeben wird. Dieses Zertifikat hat eine eigene ISIN und kann bei jedem Online-Broker (vorausgesetzt er führt L&S Zertifikate) geordert werden. Dieses Zertifikat bildet die Entwicklung des Wikifolios eins zu eins ab. Steigt das Wikifolio um sieben Prozent, so steigt auch der Wert meines Zertifikats um sieben Prozent.

Der Vorteil: Der Anleger kauft nicht 30 Aktien, um sein Portfolio zu streuen, nur ein Wikifolio, das diese 30 Aktien enthält. Schichtet der Trader innerhalb des Wikifolios Wertpapiere um, dann kostet das den Anleger nichts. Der kleine Privatanleger erhält ein aktiv gemanagtes, breit gestreutes Depot, ohne dafür einen Fondsmanager oder Vermögensverwalter bezahlen zu müssen.

Was ist daran neu?
Die Idee ähnelt der eines Fonds. Doch hinter dem Wikifolio steht kein Fondsmanager, der ein Gehalt kassiert - das senkt schon mal die Kosten. Der private Trader kassiert „nur” eine Performance-Prämie. Außerdem fällt bei Fonds meist ein Ausgabeaufschlag an, beim Kauf eines Wikifolios nicht. Der Anleger kann sich jederzeit ein- und ausklinken. Da das Wikifolio jederzeit online abrufbar ist, weiß der Anleger, welche Aktien sich zu welchem Teil in seinem Wikifolio befinden. Transparenz ist hier das Stichwort.

Neu ist auch, dass es sich auch schon mit 100 Euro lohnen kann einzusteigen. Wikifolio behauptet sogar, die Spesen seien „konkurrenzlos günstig“. Doch auch ein Wikifolio gibt es nicht umsonst.

Kommentare zu " Wikifolio: Soziales Netzwerk für Anleger"

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  • Ab wann kann man in die Wikifolios investieren?

  • "Derzeit liegt der Durchschnitt zwischen 5 und 10%"

    Es gibt derzeit weder investierbare Wikifolios noch Informationen darüber, wann dies möglich sein wird.
    Schaun wir dann mal @ Spannung + Fairness + Kosten.

    Besten Dank für Ihre Geduld.

  • Das wird sich noch zeigen, wo sich die Performance-Fee einpendelt, wird ja maßgeblich von unseren Usern beeinflusst. Derzeit liegt der Durchschnitt zwischen 5 und 10%. 30% ist ja nur das theoretische Maximum und das wäre tatsächlich kostenentensiv.

    Andreas Kern

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