Wohlstands-Report
Privatvermögen wächst über Vorkrisenniveau

Das Vermögen von Privatanlegern liegt 2010 schon wieder 20 Billionen Dollar über dem tiefsten Tal der Finanzkrise. Die wahren Gewinner sind die Asiaten.
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Im vergangenen Jahr ist das Vermögen von Privatanlegern, das in Bargeld, Wertpapieren oder Fonds angelegt ist, um acht Prozent auf 122 Billionen US-Dollar (rund 90 Billionen Euro) gestiegen. Vor zwei Jahren auf dem Tiefpunkt der Finanzkrise lag das globale Vermögen 20 Billionen Dollar niedriger, zeigt eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group. Deutschland hat am weltweiten Anlagevermögen einen Anteil von 5,2 Billionen Euro.

Die europäischen Vermögenswerte nahmen 2010 um 4,8 Prozent zu - nach Japan hat sich Europa somit am langsamsten gesteigert. Am stärksten wuchs die Region Asien-Pazifik (ohne Japan). Dort stiegen die Vermögenswerte in einem Jahr um satte 17,1 Prozent.

Als wichtigsten Grund für den rasanten Kapitalzuwachs bei den Privatanlegern nennt die BCG-Studie „Global Wealth 2011“ Gewinne an den Finanzmärkten. Die Anleger haben den Schreck der Kursstürze von 2008 abgeschüttelt und schichten ihr Bargeld wieder zunehmend in Aktien um. Und die haben im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Mit 44 Prozent ist der Anteil von Vermögenswerten, die in Aktien angelegt sind, in Nordamerika am höchsten.

Ganz so rasant wie in den letzten zwei Jahren werden die weltweiten Reichtümer allerdings nicht weiter wachsen können. Für die Jahre bis 2015 sagt die BCG-Studie ein durchschnittliches Wachstum von 5,9 Prozent voraus, weiterhin angetrieben von den Emerging Markets. Indien könnte sogar jährlich 18 Prozent wachsen.

Extrem ungleich ist nach wie vor die Verteilung der Vermögen. Nur ein kleiner Anteil - 0,9 Prozent oder 12,5 Millionen der weltweiten Haushalte - verfügen über 39 Prozent des globalen Privatvermögens. Die reichste Region war im vergangenen Jahr wieder – wie vor der Krise schon – Nordamerika. Mit verwalteten Geldern von 38,2 Billionen Dollar hält diese Region rund ein Drittel des weltweiten Vermögens.

In Nordamerika wohnen auch die meisten Dollar-Millionäre: 5,2 Millionen. In Deutschland sind es 400.000 Haushalte, 839 davon gehören zur "ultra-high-net-worth"-Gruppe mit Anlagevermögen von mehr als 100 Millionen Dollar. Das Maß aller Dinge in Sachen Millionärsdichte ist Singapur: 15,5 Prozent aller Haushalte verfügen dort über mindestens eine Million Dollar.

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin

Kommentare zu " Wohlstands-Report: Privatvermögen wächst über Vorkrisenniveau"

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  • 20 000 MRD Zuwachs bei 7 MRD Menschen ?

    3 000 pro Kopf

    jedes Slumkind in Indien,
    jeder Coma-Kranke,
    2 Mrd unter 10 Jahren
    2 Mrd über 70

    1 Mrd, die nicht mal Wasser haben
    2 Mrd, die hungern

    JEDER HAT 3 000 Euro beigesteuert ?

    Reichsmark - Jeden Tag 2 Nullen mehr.

    Das ist keine Vermögensverteilungsfrage!
    ----------------------------------------

    Hier ist -weltweit- mal die Frage nach REALITÄT zu stellen.


  • Tja, mit dem feinen Unterschied das nur ein Teil am Vermögenszuwachs teilimmt und nicht 80 Mio....

  • "Extrem ungleich ist nach wie vor die Verteilung der Vermögen. Nur ein kleiner Anteil - 0,9 Prozent oder 12,5 Millionen der weltweiten Haushalte - verfügen über 39 Prozent des globalen Privatvermögens."

    Da hat man doch keine Fragen mehr.

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