Zahlreiche Stimmungsindikatoren zeigen düstere Laune
Schlechte Stimmung hilft den Börsen

Einer der bekanntesten und am wenigsten befolgten Anlagetipps des US-Starinvestors Warren Buffett lautet: „Sei gierig, wenn andere Angst haben, und ängstlich, wenn die Gier herrscht.“ Wer sich daran hält, zählt derzeit zu den Käufern am Aktienmarkt.

NEW YORK. Zahlreiche Stimmungsindikatoren zeigen eine düstere Laune bei den Anlegern an. Nach einer Umfrage im Auftrag von JP Morgan Fleming erwartet nur ein gutes Drittel (37 Prozent) der Privatanleger in den nächsten Monaten steigende Kurse. Im Februar waren noch knapp drei Viertel (73 Prozent) der Befragten optimistisch, ermittelte die Fondstochter der US-Großbank JP Morgan Chase. Auch die Profis blasen Trübsal. Viele Aktienfondsmanager halten mehr Barmittel als üblich in der Kasse – für den Fall, dass die Kurse sinken. Das ergab eine weltweite Umfrage der New Yorker Investmentbank Merrill Lynch unter rund 300 Anlageprofis.

„Die weit verbreitete Skepsis wirkt für die Börsen unterstützend“, sagt Tobias Levkovich, Chef-Anlagestratege bei Smith Barney, der Wertpapiersparte der weltgrößten Bank Citigroup. Die Kalkulation hinter dieser Aussage: Wenn die Masse der Anleger die Börsen meidet, sinken dort die Kurse auf attraktive Niveaus. Das nennt Börsen-Milliardär Buffett die Angst-Phase. Wer jetzt günstig einkauft, braucht nur zu warten, bis die Laune der Investoren sich irgendwann aufhellt. Dann steigen die Anleger wieder in den Markt ein und treiben so die Kurse höher – die Gier-Phase bricht an.

Wer nach dieser so genannten konträren Strategie handeln will, muss zweierlei beherrschen. Zum einen gilt es, die herrschende Stimmung korrekt einzuschätzen. Das fällt schwer, weil die Anleger sich ihrer Laune oft gar nicht bewusst sind. Wer etwa die Deutsche-Telekom-Aktie im Jahr 2000 bei 85 Euro kaufte, hielt das damals für völlig rational. Heute kostet das Papier rund 14,50 Euro. Wer Gier und Angst unterscheiden kann, stößt auf das zweite Problem: Er muss den inneren Herdentrieb überwinden und gegen den Trend handeln. „Weil so viele an dieser Klippe scheitern, konnte ich so reich werden“, sagt der gut 40 Mrd. Dollar schwere Buffett.

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