Zertifikate, Fonds, Lebensversicherung
Welche Produkte wie komplex sind

Egal ob geschlossener Fonds, Lebensversicherung oder Zertifikat: Die Welt der Finanzprodukte bleibt unübersichtlich. Und das, trotz angeblicher Transparenzbemühungen der Industrie. Ein Überblick über das Finanzchaos.
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Düsseldorf/FrankfurtNach der Finanzkrise gelobte die Finanzbranche Besserung: Weniger komplex sollten die Produkte sein, leichter verständlich und transparenter. Doch häufig ist das Gegenteil der Fall. Zertifikate sind weiterhin oft Massenware, um die Regale zu füllen. Der Markt für Investmentfonds bleibt unübersichtlich und das liebste Kind der Deutschen, die Lebensversicherung, verwirrt die Kunden mit immer komplizierteren Konstruktionen. Handelsblatt Online gibt einen Überblick über das Finanzproduktchaos.

Investmentfonds: „Viele sind klein und teuer“

Auf den ersten Blick waren die vergangenen beiden Jahren gute Jahre für Fondsanleger – der Markt wurde übersichtlicher. Laut Fondsanalysefirma Morningstar schrumpfte die Zahl der angebotenen Produkte um rund 400 auf knapp 10 000. Der Schock der Finanzkrise saß auch bei den Anbietern tief. Es wurden weniger neue Produkte aufgelegt, viele geschlossen oder zusammengelegt. „Aber das sind immer noch zu viele; viele Fonds sind zu klein und damit zu teuer für den Anleger“, sagt Morningstar-Analyst Simon Nöth.

Ein Teil des Marktwachstums ist den immer populäreren börsengehandelten Indexfonds zuzuschreiben, den sogenannten ETFs. Von den noch jungen Produkten gibt es jetzt fast 1 100. Sie werden einem Index nachgebildet und sind damit transparent. Nur legen die Anbieter immer mehr ETFs auch für sehr spezielle Märkte- und Marktsegmente auf, was die Übersichtlichkeit wieder verringert.

Zu viele Produkte – das ist die eine Seite, schwer durchschaubare Strategien die andere. Brisant etwa ist der Trend zu Hedge-Fonds-Strategien, die mit Publikumsfonds nachgebildet werden. „Die sind schon sehr komplex“, sagt Nöth. Hier ist die Komplexität durch Einsatz von Derivaten auch ein – zumindest potenzieller – Risikofaktor. Sogar manche Vertreter aus der Fondslobby sehen diese Entwicklung kritisch. Inzwischen gibt es rund 300 solcher Produkte in Deutschland.

Kommentare zu " Zertifikate, Fonds, Lebensversicherung: Welche Produkte wie komplex sind"

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  • Teil 3 von 3
    4. Die genannte Sicherungskonzepte bei Versicherungen gibt es schon länger und kapieren tun es schon lange nur die wenigstens. Diese Konzepte sind nicht der Hauptbestandteil der Versicherungen, wenn man die Riesterversicherungen, bei denen Garantien vorgeschrieben sind, herausrechnet. Letztendlich bin ich ebenfalls der Meinung, dass Garantiekonzepte in wenig taugen bzw. keinen Mehrwert bringen. Jede Garantie kostet auf irgendeine Art Geld, so dass sich das Preis- Leistungsverhältnis bei Garantieprodukten meistens verschlechtert und nicht verbessert. Für einen Normalanleger ist das aber nicht ersichtlich oder verständlich. Aber den Rat von Herrn Nassauer: "Mit Bundesanleihen als Basis und Indexfonds als Renditehebel könne sich jeder seine Altersvorsorge selbst bauen", finde ich ziemlich schwach. Zum einen haben Indexfonds häufig keine guten Renditen, wenn man diese nicht ständig beobachtet und mit dem richtigen Timing wechselt und zum anderen erzielt man so auch keine Steuervorteile und erreicht m. E. langfristige nach Steuern und Kosten Renditen von ca. 3 bis 5% vor Inflation. Das ist zwar besser als einige Produkte am Markt, aber weder eine Optimallösung noch eine ohne viel Zeiteinsatz. Und ich zweifle, dass die meisten Sparer damit letztendlich ausreichend für ihre Alter vorsorgen können.

  • Teil 2 von 3
    3. Die genannte Sicherungskonzepte bei Versicherungen gibt es schon länger und nur wenige verstehen diese. Die Konzepte sind aber nicht der Hauptbestandteil der Versicherungen, wenn man die Riesterversicherungen, bei denen Garantien vorgeschrieben sind, herausrechnet. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Garantiekonzepte in wenig taugen bzw. keinen Mehrwert bringen. Jede Garantie kostet auf irgendeine Art Geld, so dass sich das Preis- Leistungsverhältnis bei Garantieprodukten meistens verschlechtert. Für einen Normalkunden ist das aber nicht ersichtlich oder verständlich. Aber den Rat von Herrn Nassauer: "Mit Bundesanleihen als Basis und Indexfonds als Renditehebel könne sich jeder seine Altersvorsorge selbst bauen", finde ich ziemlich schwach. Zum einen haben Indexfonds häufig keine guten Renditen, wenn man diese nicht ständig beobachtet und mit dem richtigen Timing wechselt und zum anderen erzielt man so auch keine Steuervorteile und erreicht m. E. langfristige nach Steuern und Kosten Renditen von ca. 3 bis 5% vor Inflation. Das ist zwar besser als einige Produkte am Markt, aber weder eine Optimallösung noch eine ohne viel Zeiteinsatz. Und ich zweifle, dass die meisten Sparer damit letztendlich ausreichend für ihre Alter vorsorgen können.

  • Teil 1 von 2
    Leider ist der Artikel recht oberflächlich und m. E. teilweise realitätsfremd.
    1. Nicht die Anleger kaufen viele Zertifikate und geschlossene Beteiligungen, sondern der Vertrieb verkauft diese wieder verstärkt bzw. Vermögensverwalter für ihre Kunden. Denn die wenigstens Anleger suchen ihre Produkte selbst aus, sondern machen in der Regel eine oberflächliche Prüfung und sind mehr oder weniger vorsichtig bei dem was sie vorgesetzt bekommen. Die Vorsicht ist aufgrund der letzten guten 2 Jahre anscheinend wieder gewichen, so dass es der Vertrieb wieder einfacher hat seine provisionsträchtigeren Produkte zu lancieren.
    2. Bei den geschlossenen Beteiligungen gibt es mittlerweile auch viele reine Gold oder Silberprodukte, die eine kurzfristige Verfügbarkeit zulassen und welche die noch geltende Spekulationssteuer für Rohstoffe ausnutzen. Soweit mir bekannt ist, gehören einzelne dieser Beteiligungen volumenmäßig zu den größten des letzen Jahres. Diese Produkte sollte man aus dem Volumen sonst üblichen geschlossenen Beteiligungen herausrechnen.

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