Zinsdiskussionen und der starke Euro prägen Aktienmärkte für den Rest des Jahres
Für den Dax wird die Luft dünner

Internetboom und neue Börsenära? Deflationssorgen und Kriegsängste? Große Themen, die in den vergangenen vier Jahren die Börsen erst steil nach oben und dann tief nach unten getrieben haben, sind passé. Die ersten zwei Monate des Jahres zeigen, dass die Aktienmärkte 2004 zur Normalität zurückkehren. Davon sind Investmentstrategen der zehn größten deutschen Banken überzeugt.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Für die Börsen bedeutet das: An Stelle toller Ideen, ferner Zukunftschancen, politischer Diskussionen und geopolitischer Risiken bestimmen Unternehmens- und Konjunkturzahlen den Lauf der Kurse. Genau so, wie es in der langen Börsengeschichte fast immer gewesen war. „Ganz gewöhnlicher Börsenzyklus bedeutet, dass sich die Märkte nach dem Konjunktur-Rhythmus richten. Für Deutschland heißt das: exportgetriebener Aufschwung“, fasst Gertrud Traud von der Bankgesellschaft Berlin zusammen.

Weil der Aufschwung aus den USA inzwischen auch auf Europa übergreift, haben die Aktienmärkte nach Meinung der Analysten den Großteil ihres Aufschwungs bereits hinter sich – gemäß der Börsenregel, dass die Märkte die Zukunft um sechs bis zwölf Monate vorwegnehmen. Nach dem ordentlichen Börsenstart in den vergangenen zwei Monaten billigen die zehn befragten Experten dem Deutschen Aktienindex (Dax) noch ein Potenzial von durchschnittlich gut 9 % zu. Überraschend ist, wie nahe alle Schätzungen beieinander liegen. Mit 4 700 erwartet die Deutsche Bank den höchsten Dax-Stand zum Jahresende, Commerzbank und Bayern LB mit 4 300 Zählern den niedrigsten. Das ist ein Unterschied von 9 %.

Entsprechend dem Börsenzyklus dürften anfangs konjunkturempfindliche Branchen wie Technologie und Maschinenbau gut abschneiden, meinen die Investmentstrategen. Auch Versicherungsaktien, die in der dreijährigen Baisse bis März 2003 besonders gelitten haben, werden auf Grund ihrer günstigen Bewertung häufig empfohlen.

„Zykliker laufen in den nächsten Monaten besser, ehe im Laufe des Jahres defensive Branchen gefragt sein werden“, sagt Bernd Meyer von der Deutschen Bank. Dazu zählen vor allem Versorger, wie beispielsweise Eon und RWE, oder Pharmatitel wie Schering. Peter Worel von der Bayerischen Landesbank empfiehlt Anlegern ein „Sicherheitsnetz mit Aktien aus defensiven Branchen“, die obendrein meist eine hohe Dividendenrendite bieten.

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