Zinstief fördert Darlehen Kreditbestände auf Rekordhoch

Niedrigzinsen auf Kredite haben Geschäfte von Verbrauchern und Unternehmen deutlich angekurbelt. Die Kreditvergabe ist im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent gestiegen. In Gebrauchtwagen wird am häufigsten investiert.
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Verbraucher und Unternehmen kaufen zunehmend auf Pump – am häufigsten Autos. Quelle: dpa
Kaufen auf Pump

Verbraucher und Unternehmen kaufen zunehmend auf Pump – am häufigsten Autos.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainIn Zeiten niedriger Kreditzinsen kaufen Verbraucher und Unternehmen zunehmend auf Pump. Die auf Kreditgeschäft spezialisierten Banken in Deutschland vergaben im vergangenen Jahr neue Kredite im Volumen von 141,3 Milliarden Euro, wie der Bankenfachverband am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das war ein Plus von 9,2 Prozent zum Vorjahr.

Der Kreditbestand erreichte zum Jahresende mit 172,5 (Vorjahr: 159,3) Milliarden Euro einen Höchstwert. Jeder zweite Euro, den die Institute an Privat- und Firmenkunden verleihen, fließt in die Finanzierung eines Kraftfahrzeugs – vor allem in den Kauf gebrauchter Autos. Das Ausfallrisiko sei insgesamt gering: 98 Prozent aller Konsumentenkredite würden ordnungsgemäß bedient.

Immer mehr Verbraucher besorgen sich ihr Darlehen über das Internet, inzwischen wird jeder vierte Kredit auf diesem Weg angebahnt. Zum Abschluss muss der Kunde aber oft noch Papier ausdrucken und den Vertrag unterzeichnen. Das stehe im Widerspruch zur zunehmenden Digitalisierung, kritisierte Verbandschef Jan Wagner. „Die Zeit ist reif für einen digitalen Kreditvertrag.“

Welche Euroscheine Fälscher bevorzugen
Fünf-Euro-Schein
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Es lohnt sich für Fälscher meist nicht, kleines Geld zu kopieren. Vom Fünf-Euro-Schein wurden 2016 nur 625 Blüten gefunden. Er liegt mit einem Anteil von 1 Prozent auf dem letzten Platz in der Falschgeld-Statistik der Bundesbank. Insgesamt konnten 82.150 gefälschte Euro-Scheine aller Größen aus dem Verkehr gezogen werden.

Zehn-Euro-Schein
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Die Zehn-Euro-Banknote machte 4 Prozent der Fälschungen aus (3.487 Stück). Der Schein profitiert davon, dass er seltener auf Echtheit überprüft wird.

Zwanzig-Euro-Schein
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Nach Einführung der 20‑Euro-Banknote der Europa-Serie hat sich die Anzahl der 20‑Euro-Fälschungen nahezu halbiert. Sie liegt nun bei 20.217, das ist genau ein Viertel aller Fälschungen.

Fünfzig-Euro-Schein
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Der 50‑Euro-Schein ist mit einem Anteil von 61 Prozent die im Jahr 2016 am häufigsten gefälschte Banknote in Deutschland (49.938 Blüten). Die Währungshüter hoffen auf die Trendwende durch den runderneuerten Fünfziger, der vom 4. April an unters Volks gebracht werden soll.

Hundert-Euro-Schein
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Nur sieben Prozent der Fälschungen betreffen den 100-Euro-Schein. Hier hat die Bundesbank 5.842 Blüten gezählt. Der beste Weg, um Banknoten zu überprüfen, ist laut Experten der Vergleich mit einem Euro-Schein aus dem Bankautomaten.

Zweihundert-Euro-Schein
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Die Banknote wurde vergangenes Jahr 1.012 Mal gefälscht (ein Anteil von 1 Prozent). Zwei dieser Blüten, die einer deutschen Firma untergejubelt wurden, kamen aus Serbien: Bei der 200-Dinarnote machten sich Fälscher nicht einmal die Mühe, die Motive der entsprechenden Euro-Banknote anzupassen, sondern änderten lediglich den Wert in Euro.

Fünfhundert-Euro-Schein
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Der größte Euro-Schein wurde 1.029 Mal gefälscht (ein Anteil von 1 Prozent). Besonders häufig waren Kopien aus Simbabwe: Bei dem lilafarbenen 500er-Schein der dortigen Landeswährung stimmten zumindest Farbe und Größe. Fälscher motzten den Schein, der umgerechnet gerade einmal gut 1,20 Euro wert ist, mit wenigen Federstrichen zur wertvollsten Euro-Banknote auf. Auch in der Ukraine brachten Kriminelle im vergangenen Jahr etliche dieser Blüten in Umlauf. (Foto: Patrick Pleul/dpa)

Mit Sorge sieht der Verband, der 56 Institute vertritt, die aus seiner Sicht zu weitreichenden Bestrebungen des Gesetzgebers, Steuerschlupflöcher zu schließen (das sogenannte Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz). Für Kreditverträge wäre damit künftig die Erfassung der Steuer-ID des Kunden nötig – nach Einschätzung des Verbandes ein teurer bürokratischer Aufwand.

„Das im Ansatz sinnvolle Gesetz trifft die Falschen. Wer eine Waschmaschine finanziert, plant damit keine Steuerumgehung“, betonte Wagner. Daher fordere der Bankenfachverband den Gesetzgeber auf, Kreditkonten von der Neuregelung auszunehmen.

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