Zusammenschlüsse werden beobachtet: Fusionsmeldungen beflügeln Kurse

Zusammenschlüsse werden beobachtet
Fusionsmeldungen beflügeln Kurse

Die alte Regel, dass bei Übernahmen der Käufer meist Kursabschläge hinnehmen muss, weil er die Risiken der Verschmelzung trägt, stimmt nicht mehr. Sinnvolle Ergänzungen honoriert die Börse mit Kursgewinnen.

DÜSSELDORF. Denn Anleger achten wieder verstärkt auf Investitionstätigkeit und Wachstumschancen, nachdem sich die Konzerne schlank geschrumpft haben.

Fusionsankündigungen sind an der Börse wieder in den Fokus gerückt, nachdem sich die zahl der Übernahmen häufen. 2005 kündigten Konzerne Firmenkäufe im Gesamtwert von knapp drei Mrd. Dollar an, 43 Prozent mehr als 2004. Dabei zeichnet sich gegenüber den Exzessen der Blase ein Unterschied ab: die Käufer sind wählerischer geworden und nicht mehr bereit, jeden Preis zu bezahlen. Gleichzeitig geben Investoren der Investitionstätigkeit der Unternehmen einen höheren Stellenwert.

„Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel“, sagt etwa der Chef der Researchabteilung Markus Plümer von der WestLB, „wertschaffende Investitionen müssen gegenüber steigenden Dividenden und Aktienrückkäufen in den Vordergrund treten.“ So hat der inzwischen weltgrößte indisch-britische Stahlhersteller Mittal in den vergangenen Jahren kräftig eingekauft und gleichzeitig einen deutlichen Kursgewinn erzielt. Auch der Aktie von Thyssen-Krupp hat das Interesse an der kanadischen Dofasco nicht geschadet. Nach einer Delle ist der Kurs deutlich gestiegen. Denn in der Stahlbranche kommt es auf Größe an. Erst seit der Bieterwettstreit immer teurer wird, bröckelt der Thyssen-Kurs. Die Investmentbank JP Morgan hat errechnet, dass die Kurse europäischer Bieter nach Ankündigungen großer Übernahmen von mehr als fünf Mrd. Dollar in den ersten fünf Tagen im Mittel um zwei Prozent stärker gestiegen sind als der breite Markt. Allerdings fielen die Reaktionen sehr unterschiedlich aus. Die Allianz (RAS) und die Deutsche Post (Exel) wurden nach Bekanntgabe ihrer Übernahmepläne mit Kursverlusten abgestraft, den französischen Versorger Suez (Electrabel) und der Spirituosenhersteller Pernod-Ricard (Allied-Domecq) honorierten die Märkte jedoch mit Kursgewinnen.

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