Zwei Jahre Hausse: Der Dax-Rally geht die Luft aus

Zwei Jahre Hausse
Der Dax-Rally geht die Luft aus

Die radikale Politik der Notenbanken hat der Börse eine atemberaubende Rally beschert. In den letzten zwei Jahren legte der Dax um 100 Prozent zu. Doch damit dürfte es bald vorbei sein.
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Frankfurt

An der Börse ist ein Tag zum Feiern. Anlass: Die Wiederauferstehung des Dax. Heute vor genau zwei Jahren, am 9. März 2009, fiel der deutsche Leitindex mit 3588 Punkten auf dem tiefsten Wert seit Ausbruch der Finanzkrise. Das Datum markiert zugleich den Beginn einer unglaublichen Rally. Seit diesem Tag ging es für den Dax fast ununterbrochen aufwärts - bis heute um knapp 100 Prozent.

Damals konnte das noch keiner ahnen. Monatelang waren die Kurse immer weiter nach unten gerutscht. Die Anleger wähnten sich dem Untergang nahe. Das zeigte eine an diesem Tag veröffentlichte Umfrage unter Privatinvestoren in den USA: Mehr als 70 Prozent sahen schwarz für die weitere Entwicklung an den Börsen. So mies war die Stimmung seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1987 noch nie.

Nur wenige trauten sich, dagegenzuhalten. Einer davon war Andreas Hürkamp, Analyst der Commerzbank. Er wies an diesem 9. März darauf hin, dass sich das monetäre Umfeld der Aktienmärkte schon deutlich verbessert hätte. Dieser Aspekt würde von den Investoren unterschätzt. Die gesunkenen Geldmarktzinsen und die steigende Geldmenge könnten die Stabilisierung der Märkte einleiten, prophezeite er - und behielt Recht.

Auch einige mutige Vorstände und Aufsichtsräte in den großen deutschen Aktiengesellschaften glaubten an die Wende. Statt der Ausverkaufsstimmung an den Märkten hinterherzurennen, kauften sie um den Tiefpunkt Aktien ihres Unternehmens. 135 Insiderkäufe meldete die Börsenaufsicht Bafin im März 2009. Nur 27 Verkäufe standen dem gegenüber.

Die Rally der vergangenen zwei Jahre haben die Anleger vor allem der US-Notenbank zu verdanken. Die Währungshüter pumpten ungeahnte Mengen an Geld in die Märkte, indem sie die Leitzinsen nach und nach bis auf null senkten und Programme zum Aufkauf von Staatsanleihen auflegten. Der Absturz sollte um jeden Preis gestoppt werden - koste es, was es wolle. Kritik an dieser Politik gab es damals schon. "Verzweifelte Maßnahmen reflektieren verzweifelte Zeiten", sagte Ben Pedley von der Liechtensteiner Bank LGT über die Geldpolitik der US-Notenbank.

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