Zweifel am Sanierungsprogramm
Analysten raten von Ford ab

Mit Werksschließungen und Entlassungen will sich der US-Autobauer aus dem Sumpf ziehen. Aktienexperten bezweifeln jedoch den Erfolg des Sanierungsprogramms.

HOUSTON. Knapp vier Wochen, nachdem der US-Autobauer Ford ein weiteres umfangreiches Restrukturierungsprogramm vorstellte, hat sich der Präsident der US-Sparte gegen überstürzte Kürzungen ausgesprochen. „Wenn wir die Entwicklung der neuen Modelle übers Knie brechen, sparen wir möglicherweise an den falschen Stellen“, sagte Mark Fields der Agentur Reuters.

Dennoch wird sich Ford einiges einfallen lassen, um sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Mehr als ein Drittel der US-Belegschaft sollen entlassen werden, 16 Fabriken in den nächsten vier Jahren geschlossen und die Zahlung der vierteljährlichen Dividende vorerst auf Eis gelegt werden. Doch selbst das reicht vielen Analysten nicht aus. Acht von 15 Banken raten zum Verkauf von Ford-Aktien, keine einzige zum Kauf. Die Ratingagentur Standard & Poor’s erklärte vor kurzem, Fords Kursverfall scheine zurzeit kaum aufzuhalten zu sein.

„Ford will mit den Maßnahmen bis 2008 etwa fünf Mrd. Dollar einsparen, und das bleibt hinter den Erwartungen zurück“, kritisiert Christopher Ceraso von Credit Suisse. „Wir hatten mit rund sechs Mrd. Dollar gerechnet – und selbst das würde nur gerade eben ausreichen, um einen Kurs von etwa neun Dollar zu rechtfertigen, auf dem Ford vor dieser Bekanntgabe lag.“ Die Anleger zeigen sich ebenfalls frustriert: Auf der Online-Finanzseite Motley Fool wählten knapp 7 000 Laien-Investoren Ford in die Top Ten der „Aktien, von denen man die Finger lassen sollte“.

Seit Mitte September ist der Aktienkurs von Ford um mehr als zehn Prozent gesunken und notiert aktuell bei rund acht Dollar. Christopher Ceraso erwartet allerdings, dass die Aktie in der nächsten Zeit auf bis zu sechs Dollar sinken könnte: „Ford hat zwei sehr schwierige Quartale vor sich, und die Anleger sind gerade erst dabei, die Tatsache zu verdauen, dass das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte sieben Mrd. Dollar verbrennen wird.“

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