Zwölf Prozent und mehr
Die grüne Rendite-Verlockung

Zweistellige Renditen einfahren und gleichzeitig den Regenwald retten – das klingt zu schön, um wahr zu sein. Handelsblatt Online zeigt, was hinter den Versprechen steckt. Das Ergebnis ist ernüchternd.
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DüsseldorfEs klingt zu schön, um wahr zu sein: 12, 13 oder sogar 14 Prozent jährliche Rendite erzielen und gleichzeitig etwas Gutes für Mensch und Umwelt tun. Wer im Internet surft, stößt schnell auf diese blinkenden Anzeigen, die mit zweistelligen Renditeversprechen und Slogans wie „Nachhaltige Geldanlage“, „Grüne Rendite“ oder „Den Regenwald schützen“ werben.

Handelsblatt Online hat sich in einer Stichprobe fünf solcher Angebote näher angeschaut. Zwei der zufällig ausgewählten Unternehmen bieten Direktinvestitionen in Teakholz-Plantagen an, eines setzt auf Ölpalmen. Mit Genussrechten lockt ein Pellet-Produzent und ein geschlossener Fonds sammelt Geld für eine Kunststoff-Recycling-Anlage.

Geldanlagen in ökologische und nachhaltige Projekte liegen im Trend. „Allein in Deutschland gibt es Hunderte Öko-Anbieter. Manche Angebote sind solide Langfristinvestitionen, andere sind sehr riskant, aber im Erfolgsfall hochrentabel“, sagt Max Deml, Herausgeber des Börsendienstes Öko-Invest. Von den Öko-Versprechen alleine sollte sich aber niemand blenden lassen. „Oft entscheiden sich die Anleger aus tiefer Überzeugung für die Sache für ein Investment und übersehen dabei das Risiko“, sagt Deml.

Die blinkenden Anzeigen verraten zunächst nicht, welche Unternehmen und welches Konzept hinter dem Renditeversprechen stecken. Wenn der potenzielle Anleger auf die Anzeigen klickt, wird er auf eine Werbe-Website weitergeleitet. Hier werden einige Eckpunkte des Angebots grob umrissen: Wie hoch ist die Mindesteinlage, wie hoch die versprochene Rendite, wann erfolgt die erste Auszahlung? Zudem gibt es meist eine kleine Statistik, die die Entwicklung der Kapitalanlage belegen soll.

Wichtigstes Element auf den Seiten ist aber das Kontaktformular. Um nähere Informationen per Post zu erhalten, muss der Interessierte hier seine Anschrift samt Telefonnummer und E-Mail-Adresse angeben. „Allein das halte ich schon für unseriös“, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Der Verbraucher muss schon beim ersten Kontakt viele Daten preisgeben, um überhaupt erst Zugang zu den wesentlichen Informationen des Produkts zu erhalten.“ Die Anbieter dagegen halten sich auf den Werbeseiten bedeckt.

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  • hallo,

    kann ich Fragen an die Redaktion stellen - soll heißen, werden die dann auch von der Redaktion beantwortet?

  • Wo finde ich die Jahresbilanzen der Life Forestry Switzerland AG in Basel - oder müssen solche "Unternehmungen" solche Angaben gar nicht veröffentlichen - können mit dem eingesammelten Geld also machen, as sie wollen?

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