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27.06.2006 
Handelsblatt Insider-Barometer

Vorstände sehen Einstiegschancen

von Christian Schnell

Vorstände, Aufsichtsräte sowie deren nahe Angehörige – die so genannten Firmeninsider – haben die Kursschwäche der letzten Wochen genutzt, um sich massiv mit Aktien ihres Unternehmens einzudecken.

Lupe

FRANKFURT.Das geht aus dem neuesten Insider-Barometer des Forschungsinstituts für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen hervor, den das Handelsblatt in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking alle zwei Wochen jeweils am Montag veröffentlicht.

Während institutionelle wie private Investoren in den vergangenen Wochen extrem verunsichert reagiert und, wenn überhaupt, nur zögerlich neue Aktienbestände aufgebaut haben, zeigten sich die Insider deutlich kauffreudiger. Lag das von der Fifam berechnete Insider-Barometer vor zwei Wochen noch bei neutralen 100 Punkten, womit sich Käufe und Verkäufe der Firmenlenker in etwa die Waage gehalten hatten, so ist es nun auf 113,18 Punkte gestiegen. Damit liegt es deutlich oberhalb des neutralen Bereichs, der von 90 bis 110 Punkte reicht. „Es ist beträchtlich, wie sehr in den letzten zwei Wochen von Insidern gekauft wurde“, sagt Professor Rüdiger von Nitzsch von der Fifam. Dies trieb das Barometer unerwartet stark in die Höhe.

Für die Anleger bedeutet die jüngste Entwicklung, dass sie nun bei einem Aktienkauf eine Zusatzrendite erzielen können. Denn die wissenschaftlichen Erhebungen der Fifam zeigen: Bei Barometerständen über 110 Punkten lohnt sich der Einstieg am Aktienmarkt besonders.

Daran ändert auch nichts, dass der Anleger zwangsläufig erst mit einer zeitlichen Verzögerung auf die Käufe und Verkäufe der Insider reagieren kann. Wenn er innerhalb von 25 Tagen das nachvollzieht, was die Insider mit ihren Transaktionen vorgemacht haben, erzielt er eine Rendite, die rund drei Prozent über der Durchschnittsrendite liegt, hat Fifam-Experte Olaf Stotz errechnet. Bei mittelgroßen Werten mit einem Börsenwert von über 100 Mill. Euro liegt das Plus sogar bei vier Prozent.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Käufe bei MDax- und SDax-Gesellschaften

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