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23.02.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 17:57 Uhr 
Absicherung

Wie Rohstoffe vor Inflation schützen

von Frank Doll und Anton Riedl, Wirtschaftswoche

Öl und Nahrungsmittel werden immer teurer. Drüber schimpfen ist eine mögliche Reaktion. Doch man kann sich auch gegen steigende Preise absichern. Und mit Gold können Anleger ihr Vermögen schützen. Wie Rohstoffe dazu beitragen, die Inflation erträglicher zu machen.

Rohstoffe können dem Inflationsschutz dienen. Foto: Archiv

Rohstoffe können dem Inflationsschutz dienen. Foto: Archiv

Sonntag früh in der Bäckerei Adolph in Köln-Weidenpesch. Wie immer bestellt Gregor Schmitz fünf Brötchen und fünf Croissants. "5,60 Euro", sagt die Verkäuferin. Schmitz zahlt und steigt ins Auto. Die Tankanzeige blinkt, also noch rasch tanken; später will der 37-Jährige noch mit Frau und Kindern nach Bonn fahren, in die Kunsthalle. 73 Liter Diesel fasst der Tank des sieben Jahre alten Ford Galaxy: An der Zapfsäule blinken 96,36 Euro - und schon ist die Haushaltskasse um über 100 Euro leichter. Vor einem Jahr wären noch 19,38 Euro mehr darin gewesen. Brötchen haben sich seither um 7,7 Prozent verteuert, Diesel stieg um 24,5 Prozent.

Angesichts dieser Mehrausgaben fällt es dem Kölner schwer, den amtlichen Inflationsraten zu trauen: "Die stimmen nicht." So geht es vielen im Lande. Offiziell lag die Inflation 2007 bei 2,1 Prozent, selbst danach schrumpfte die Kaufkraft, weil die Nettolöhne nur um 1,4 Prozent stiegen.

Anleger und Verbraucher werden von zwei Seiten in die Zange genommen: Geldentwertung schmälert das liquide Vermögen; Preissteigerungen für Öl und Nahrung machen das Leben teurer. Da Einsparmöglichkeiten Grenzen gesetzt sind - essen und heizen muss jeder -, ist Kreativität gefragt. Höhere Lebenshaltungskosten können zum Beispiel mit Investments ausgeglichen werden, die von steigenden Energie- und Agrarpreisen profitieren.

Den besten Schutz vor Inflation bietet Gold - auch in der von minderwertigen US-Hypothekenkrediten ausgelösten Finanzkrise, die in einer neuen Welle gerade wieder das Bankensystem erschüttert. Um die Kreditklemme zu lösen, die Wirtschaft vor Rezession und die Finanzmärkte vor einer deflationären Preisspirale zu schützen, werfen die Zentralbanken die Notenpressen an. Milliardenschwere Liquiditätsspritzen, Leitzinssenkungen in den USA und die Absage weiterer Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank weisen den Weg - zu noch mehr Inflation.

Ben Bernanke, heute US-Notenbankchef, weiß das. Schon 2002 sagte er: "Wie Gold haben US-Dollar nur in dem Maße einen Wert, wie sie in ihrem Angebot strikt limitiert sind. Aber die US-Regierung hat die Druckerpresse, die es ihr ermöglicht, so viele US-Dollar zu produzieren, wie sie wünscht, praktisch zu Nullkosten."

Die Druckerpressen laufen, Gold aber bleibt limitiert. Seit 2005 steigt die Hartwährung Gold, in allen wichtigen Währungen der Welt gerechnet (siehe Grafik: Inflationsschutz und Weltleitwährung). Gold hat sich als stärkste Währung der Welt etabliert. Die rasantesten Aufwärtsbewegungen erlebte der Goldpreis bisher immer, wenn die Inflation schneller stieg als die Zinsen - und Sparern keine Vermögenszuwächse mehr ließ.

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