Abgeltungsteuer
Für Zertifikate tickt die Steueruhr

Am 30. Juni endet die Übergangsfrist von der alten auf die neue Steuergesetzgebung für Zertifikate. Ab Juli gilt dann die neue Abgeltungsteuer uneingeschränkt. Für Zertifikate-Besitzer ist dieser Stichtag wichtig - vor allem, wenn sie noch Positionen mit Buchverlusten im Depot haben.
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DÜSSELDORF. Ab 1. Juli 2009 läuft das Steuerrecht für alle Wertpapierklassen fast wieder synchron. Ausnahmen bestimmen zwar nach vor die Regel: So können etwa bei Aktien realisierte Verluste jetzt nur mit Aktienkursgewinnen verrechnet werden. Und für Wertpapiere, die vor dem 1. Januar 2009, beziehungsweise Zertifikate, die vor dem 15. März 2007 gekauft wurden, gilt bis zum Sanktnimmerleins-Tag das alte Steuerrecht vor 2009.

Doch von solchen Punkten abgesehen können nun alle Gewinne und Verluste aus Wertpapiergeschäften, Dividenden und Zinsen steuerlich gegeneinander aufgewogen werden. Unter dem Strich steht für alle Papiere, die in diesem Jahr gekauft wurden, ab Juli eine Besteuerung der Gewinne von einheitlich 25 Prozent plus Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag - unabhängig von der Haltedauer.

Für Zertifikate-Anleger ergeben sich allerdings durch die Abgeltungsteuer-Übergangsfrist, die Ende Juni ausläuft, Sondersituationen. Denn kurz nach der Verabschiedung der Abgeltungsteuer vor zwei Jahren bekamen Zertifikate rückwirkend zum 15. März 2007 eine Sonderstellung verpasst:

"Während für Fonds- und Aktienkäufe die alte Steuerregelung noch bis Ende 2008 galt, fielen Zertifikate, die nach dem 14. März 2007 gekauft wurden, bereits unter die Übergangsregelung zur Abgeltungsteuer. So ist es im Gegensatz zu anderen Wertpapierarten derzeit möglich, dass Anleger Zertifikate im Depot haben, die sie schon länger als ein Jahr halten und die trotzdem unter die Übergangsregelung fallen und damit dem Abgeltungsteuerregime unterliegen", erklärt Jürgen Kuhn, Steuerspezialist beim Beratungsunternehmen Price Waterhouse Coopers (PwC).

Dabei macht es wiederum einen großen Unterschied, ob ein Zertifikat vor oder ab dem 15. März 2007 gekauft wurde - und ob die betreffende Wertpapierposition derzeit im Plus oder im Minus steht. Zudem werden sogenannte Finanzinnovationen steuerlich anders behandelt als Zertifikate mit Totalverlustrisiko. "Anleger sollten den Termin 30.6. deshalb ernst nehmen und der jeweiligen Situation entsprechend handeln", rät Jürgen Kuhn.

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