Abgeltungsteuer
Renaissance der Aktienanleihe

Die kommende Abgeltungsteuer macht Aktienanleihen wieder salonfähig. Ein Test zeigt Vorteile und Risiken dieser umstrittenen Papiere.
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Sie waren die ersten strukturierten Finanzprodukte, die den Massenmarkt eroberten. Aktienanleihen, sogenannte Reverse Convertibles, zogen schon in den Neunzigerjahren Anlegergeld in Milliardenhöhe an. Kein Wunder, versprachen diese mit mächtigem Marketing-Tamtam angepriesenen Wertpapiere den Investoren doch eine Win-Win-Situation: Entweder es gibt den Einsatz zurück und hohe, zum Teil zweistellige Prozente; oder man bekommt dicke Zinsen und am Ende eine vermeintlich aussichtsreiche Aktie zu einem günstigen Kurs.

Eine schöne Rechnung – allerdings mit Tücken. Zunächst die Besteuerung. Unabhängig von der Haltefrist musste bei Akteinanleihen der fette Kupon – wie die Zinsen aus normalen Anleihen auch – voll versteuert werden. Dagegen ermöglichten Discountzertifikate, im Grundprinzip ähnlich aufgebaut wie Aktienanleihen, nach zwölf Monaten Haltefrist steuerfreie Gewinne. Nach ihrem fulminanten Start gerieten Aktienanleihen immer mehr in den Schatten der erfolgreicheren Discountzertifikate.

Bittere Enttäuschungen über die Wertentwicklung kamen hinzu. Als die Börsen im Zuge der Schwellenländer-Krise 1998 massiv unter Druck gerieten, kam die Kehrseite der Aktienanleihen ans Licht: dass es sich bei diesen strukturierten Produkten nicht um Anleihen im klassischen Sinne handelte, die am Ende der Laufzeit zu 100 Prozent getilgt werden. Vielmehr wurde nun die enge Verbindung zum Aktienmarkt und das damit enthaltene Kursrisiko offensichtlich.

Seitdem galten Aktienanleihen für viele Anleger als verbrannte Investments – auch wenn sich die Börsen nach dem Kursschock von 1998 erholten und die Mehrzahl dieser Papiere letztlich doch in bar zurückgezahlt wurde. Frühe Emittenten dieser Produkte wie Sal. Oppenheim und die Commerzbank sprachen von einer Tilgungsquote in bar von 66 bis 85 Prozent. Das heißt aber auch, dass zahlreiche Anleger Aktien zu einem niedrigeren Gesamtwert ins Depot gebucht bekamen.

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