Agentur Scope bietet neue Ratings an
Noten für Zertifikate steigern Markttransparenz

Einfache Einstufungen mit Noten von AAA bis D sollen Käufern von Anlagezertifikaten die Auswahl ihrer Papiere erleichtern. Die Berliner Agentur Scope bietet ab Montag ein Rating für die Papiere an, wie es für Unternehmensanleihen oder Investmentfonds längst Standard ist.

drz FRANKFURT/M. Der Haken an den neuen Bewertungen: Nur die 750 Scope-Kunden, darunter Privatbanken und Vermögensverwalter, erhalten die Auswertungen für 20 000 Zertifikate.

Die Agentur berechnet die Ratings zunächst aus den Börsendaten der Papiere und den historischen Schwankungen (Volatilität) der Basiswerte, beispielsweise des Dax. Daraus errechnet sie zwei Erwartungswerte für den möglichen Gewinn und Verlust, der für Anleger entstehen kann. Im Vergleich mit anderen Produkten ergibt sich dann ein Rating für das Zertifikat. „Wenn beim Kauf das Preis-Leistungs-Verhältnis ausschlaggebend ist, dann bedeutet ein AAA-Rating eine Kaufempfehlung“, sagte Scope-Geschäftsführer Florian Schoeller in Frankfurt. Allerdings fließt die Bonität des Emittenten bisher nicht in die Bewertung mit ein. Scope will die Noten im kommenden Jahr um eine Einschätzung der Qualität des Emittenten erweitern.

Der Vorsitzende des Branchenverbandes Deutsches Derivate Institut (DDI), Dieter Lendle, begrüßte die neuen Bewertungen als weiteren Schritt zu mehr Transparenz im Markt. „Das Rating ist eine Chance, eine andere Qualität bei der Bewertung von Produkten zu erreichen“, sagte Lendle.

Bisher gelten die Risikomesszahlen der European Business School (EBS) als das ausgereifteste Konzept zur Einschätzung von Zertifikaten. Die „Value at Risk“-Kennzahlen geben an, wie hoch der maximal mögliche Verlust eines Papiers in den folgenden zehn Tagen sein kann. Die Kennzahlen werden für Zertifikate der Mitgliedsbanken des Derivate Forums auf der Internetseite des Vereins veröffentlicht. Mit Hilfe der Scope-Ratings können Anleger nun nicht nur das Risiko, sondern auch den möglichen Gewinn eines Papiers einschätzen. Nach Einschätzung der Agentur schneiden 68 Prozent der Zertifikate besser ab, als die Aktien oder Indizes, auf die sie sich beziehen.

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