Aktien, Fonds und ETF
So setzen Sie ohne Häuschen auf Immobilien

In Zeiten niedriger Zinsen legen Immobilienaktien nach der Krise eine Rally hin. Doch zuletzt stoppte die Hausse. Sollen Anleger jetzt noch einsteigen? Und wenn ja – welche Finanzprodukte taugen dazu?
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Düsseldorf/FrankfurtWer auf die langfristigen Kurscharts der Immobilienaktien schaut, fühlt sich an ein freundliches Lächeln erinnert: So gingen die Kurse 2008 kräftig nach unten. Im Zuge der Finanzkrise verloren die Aktien der deutschen Immobiliengesellschaften knapp zwei Drittel an Wert. Das zeigt der Blick auf den Branchenindex E&G Dimax, der auf den Daten von 66 Gesellschaften basiert.

Doch kaum war der Tiefpunkt erreicht, kam schon die Trendwende. Ein Jahr nach dem Einbruch holten viele Aktien wieder auf. Und heute notieren die Kurse fast exakt auf dem Stand wie vor der Krise. Dieser U-förmige Chart zeigt, welche Risiken und Chancen in Immobilieninvestments an der Börse stecken. Die Kurserholung wirft aber auch die Frage auf, ob Immobilienaktien inzwischen nicht überbewertet sind und Anleger den Markt meiden sollten.

Bei der Antwort hilft eine Kennziffer. Um zu entscheiden, ob eine Aktie günstig oder teuer ist, wird der Börsenwert mit dem sogenannten Nettoinventarwert (engl. Net Asset Value, NAV) verglichen. Der NAV gibt den Wert aller Vermögensgegenstände eines Unternehmens an. Bei einer Immobilienfirma ist das der Wert der Gebäude und Grundstücke nach Abzug der Schulden. Wenn der Börsenwert unter dem NAV liegt, bedeutet das, dass die Aktie unterbewertet ist – vorausgesetzt es stehen keine großen Abschreibungen an.

„Aktuell liegt die Bewertung bei den deutschen Bestandshaltern zwischen 15 und 20 Prozent über dem NAV“, sagt Andre Remke, Immobilienanalyst bei der Baader Bank. Nach dieser Aussage wären diese Aktien nach klassischer Analyse klar überbewertet. Trotzdem erklärt Remke: „Ein Einstieg kann im Einzelfall immer noch lohnen“. Vor dem Crash lagen die NAV noch bei 50 bis 60 Prozent.

Viele deutsche Immobilienunternehmen haben sich professionalisiert. Acht Werte haben mittlerweile einen Börsenwert von mehr als einer Milliarde Euro. „Das lockt internationale Investoren an“, sagt Remke. Sieben Unternehmen sind im SDax gelistet, fünf im MDax. Die Deutsche Annington könnte sogar bald in den Dax aufsteigen. Auch die Dividendenrendite ist mit durchschnittlich 3,5 Prozent in der Branche derzeit attraktiv“. (Chartgalerie: „Die Renditebringer im Dax“).

„Die Zeit grenzenloser Kursgewinne bei deutschen Bestandshaltern ist definitiv vorbei“, warnt hingegen Helmut Kurz, Fondsmanager vom Bankhaus Ellwanger & Geiger. „2015 bleibt ein Jahr der Stock Picker“, also ein Jahr der Anlageprofis, die gezielt Einzelwerte aussuchen.

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