Aktienanleihen

Hauptsache zweistellig

Anleger haben es im aktuellen Niedrigzinsumfeld nicht leicht. Eine Alternative sind Aktienanleihen. Es locken teils üppige Zinskupons. Allerdings drohen auch empfindliche Verluste, wenn die Wette nicht aufgeht.
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Hände voller Geld: Rendite-Jäger haben es derzeit schwer. Quelle: dpa

Hände voller Geld: Rendite-Jäger haben es derzeit schwer.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFür zehnjährige Bundesanleihen gibt es derzeit gerade mal mickrige 1,35 Prozent Rendite pro Jahr, eine Henkel-Anleihe mit gut neunmonatiger Restlaufzeit bringt nur noch 0,25 Prozent und auch beim Tagesgeld ist nicht mehr viel zu holen. „Gerade in Niedrigzinsphasen fällt es vielen privaten Anlegern schwer, monetäre Risiken abzuschätzen“, sagt Lars Brandau vom Deutschen Derivateverband (DDV). „Es geht derzeit also für viele darum, Anlagealternativen zu finden, die mit überschaubaren Risiken eine möglichst attraktive Rendite bieten.“

Dabei setzen Anleger immer öfter auf Aktienanleihen. Mehr als 4,6 Milliarden Euro haben sie in diese Produkte investiert – Tendenz steigend. Für die Papiere spricht, dass sie deutlich höhere, teilweise sogar zweistellige Kupons bieten. Jüngstes Beispiel ist eine Deutsche Bank Easy Aktienanleihe auf Nokia mit zwölf Prozent Zinsertrag.

Doch was Anleihe heißt, ist eigentlich gar keine. Das müssen Anleger wissen. Aktienanleihen vermischen Aktien- und Anleihekomponenten, wobei das Aktienrisiko letztlich dominiert. Anders als der Name nämlich suggeriert, sind Aktienanleihen keine klassischen Bonds, sondern Zertifikate mit festem Zinskupon. Ihre Wertentwicklung ist an eine Aktie gekoppelt. Ob es am Ende das eingesetzte Geld zurückgibt oder Aktien im Depot landen, hängt von der Entwicklung des Basiswertes ab.

Der Name täuscht also ein wenig. Sicherheit, die das Wort Anleihe suggeriert, ist hier Fehlanzeige. Zum einen tragen Anleger das Emittentenrisiko. Geht der Anbieter pleite, ist das angelegte Geld weg, der Kupon fällt aus. Und hinzu kommt das Aktienrisiko. Läuft es nicht wie gewünscht oder erwartet, sitzen die Anleger auf Aktien, die weniger wert sind als der ursprüngliche Einsatz. Ein Verlustgeschäft also. Geht die Wette aber auf, können Investoren sich über satte Zinserträge freuen.

Begrenzte Gewinne, hohes Risiko
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