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„Superzyklus“ für Rohstoffe eröffnet viele Chancen

Erleben wir einen „Superzyklus“ für Rohstoffe? Das ist derzeit eine der meistgestellten Fragen unter Investmentexperten. Protagonisten wie der Rohstoff-Guru Jim Rogers antworten auf diese Frage mit einem klaren „Ja“. Er und andere Fachleute erinnern daran, dass die langfristigen Trends in diesem Segment erfahrungsgemäß bis zu zwei Jahrzehnte laufen. Und der aktuelle Aufschwung der „Commodities“ dauert erst fünf Jahre.

Die einzelnen Rohstoffsegmente profitierten in sehr unterschiedlichem Ausmaß von dieser Entwicklung. An der Spitze liegen die Energieträger wie Öl, Gas und Kohle. Ihre Preise haben sich verachtfacht, gemessen am Goldman-Sachs-Teilindex. Bei den Industriemetallen reichte es zu einer knappen Verdreifachung. Ähnlich lief es bei den Edelmetallen. Nur der Agrarbereich zog nicht mit. Die Preise etwa für Weizen, Mais oder Baumwolle blieben eher auf dem Rückzug.

Die Verfechter der Superzyklus-Theorie werfen eine Fülle von Argumenten in die Waagschale. Im Kern vertrauen sie auf den Mix von Angebotsverknappung bei gleichzeitigem Nachfrageanstieg. Bei der Angebotsverknappung verweisen sie auf rückläufige Investitionen in neue Kapazitäten während der Preisbaisse. Der Aufbau einer neuen Kupfermine oder die Erschließung eines neuen Ölfeldes – von der Suche nach Lagerstätten bis zum Start der Förderung – nimmt allerdings viele Jahre in Anspruch. Im Spezialfall Öl sehen einige Experten sogar einen finalen weltweiten Produktionshöhepunkt in naher Zukunft.

Auf der Nachfrageseite treibt insbesondere das rasante Wachstum in den Schwellenländern den Verbrauch an Rohstoffen. Allein die über 2,3 Milliarden Chinesen und Inder stützen dieses Argument. Darüber hinaus steigt die Nachfrage nicht nur von seiten der Verbraucher. Auch die Investoren beginnen sich stärker für Rohstoffe zu interessieren. Sie leiden unter den schrumpfenden Erträgen bei den wichtigsten Vermögensklassen Anleihen und Aktien – und suchen nach Alternativen. Hier bieten die Rohstoffe einen doppelten Vorteil: Neben der Aussicht auf attraktive Renditen auch eine von Aktien und Anleihen unabhängige Wertentwicklung.

Aus diesen Gründen empfehlen Häuser wie Merrill Lynch Investment Managers, Goldman Sachs, Deutsche Bank und UBS Beimischungen von Rohstoffen im Depot. „Fünf bis zehn Prozent sollte man anlegen“, sagt beispielsweise Hans-Peter Loosli, beim weltgrößten Vermögensverwalter UBS mitverantwortlich für rund 1 000 Mrd. Euro an Geldern gehobener Privat- und Firmenkunden. Wenn es an konkrete Produktentscheidungen geht, zieht er Terminkontrakte den Rohstoffaktien vor, „weil die allgemeine Börsenverfassung auch die Rohstofftitel beeinflusst“.

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