Anlageberatung
Erste Klage wegen Lehman-Zertifikaten scheitert

Wegen der Pleite der US-Bank Lehman Brothers rollt auf deutsche Gerichte eine Prozesswelle zu. Anleger werfen Banken vor, ihnen Zertifikate von Lehman verkauft zu haben ohne auf die Risiken hinzuweisen. Eine erste Klage wurde in Frankfurt jetzt allerdings abgewiesen. Der Fall ist mit der Masse der Lehman-Klagen allerdings kaum vergleichbar.

rad/HB FRANKFURT. Im bundesweit ersten Prozess um Papiere der insolventen US-Bank Lehman Brothers ist der Anleger mit seiner Klage gescheitert. Die Sparkasse Frankfurt habe bei der Anlageberatung des Mannes keine Fehler gemacht, urteilte das Landgericht Frankfurt am Freitag. Der Anwalt des Klägers kündigte Berufung an. Andere Vertreter von Lehman-Geschädigten betonten den Einzelfall-Charakter der Entscheidung.

Mit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers waren auch Zertifikate von tausenden Anlegern in Deutschland wertlos geworden. Die Lehman-Zertifikate sind nicht von der deutschen Einlagensicherung geschützt, und nach Einschätzung der Verbraucherzentralen ist auch aus Insolvenzverfahren gegen die Lehman-Mutter oder Töchter nicht mit nennenswerten Rückzahlungen zu rechnen.

"Man weiß immer noch nicht, wie viele Geschädigte es gibt", sagt der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Lothar Gries. Hauptverkäufer waren nach Kenntnis der SdK Dresdner Bank und Citibank.

In dem jetzt in Frankfurt verhandelten Fall hatte der76 Jahre alte Kläger auf Anraten der Sparkasse Ende 2006 gemeinsam mit seiner Frau 12 000 Euro in ein kompliziertes Lehman-Papier gesteckt und bereits frühzeitig geklagt, als die Wertentwicklung nicht seinen Vorstellungen entsprach. Als die Klage bereits lief, erlitt er bei der Insolvenz des US-Bank im September 2008 einen Totalverlust des angelegten Geldes.

"Ein Verlust schien zum damaligen Zeitpunkt relativ unwahrscheinlich", sagte der Richter. Schließlich sei der Emittent damals eine der angesehensten Banken der Welt gewesen. Daher müssten an die Sparkasse nur geringe Anforderungen beim Hinweis auf einen möglichen Totalverlust des Investments gestellt werden. Die Erwartung völliger Sicherheit widerspreche auch der Lebenserfahrung: "Völlig ausgeschlossen ist ein Verlust so gut wie nie."

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