Anlagechancen
Das Wunder vom Bosporus

Lange Zeit machte die Türkei mit politischem Streit und Finanzkrisen von sich reden. Doch das ist jetzt vorbei – das Land erlebt einen rasanten Aufschwung. Davon können auch Anleger profitieren.
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IstanbulDie Türkei werde eines Tages das „China Europas“, schwärmte Ömer Sabanci 2006. Nur fünf Jahre später soll der türkische Unternehmer Recht bekommen: Nachdem die türkische Wirtschaft 2010 um fast neun Prozent gewachsen ist, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal dieses Jahres sogar um elf Prozent zu. Damit verzeichnete die Türkei das stärkste Wachstum unter den größeren Ländern weltweit, noch vor China (9,7 Prozent).

Die Türkei schreibt so eine beeindruckende Erfolgsstory fort. In den vergangenen zehn Jahren ist die Wirtschaft im Schnitt um jeweils fünf Prozent gewachsen, trotz eines Einbruchs in den Krisenjahren 2008 und 2009. Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich in dieser Zeit von 3 000 auf 10 000 Dollar mehr als verdreifacht. Der Boom ging einher mit einer Konsolidierung der öffentlichen Finanzen; die Staatsverschuldung wurde von über 80 auf 42 Prozent des BIP abgetragen, das Haushaltsdefizit dürfte in diesem Jahr zwei Prozent des BIP entsprechen – Zahlen, von denen viele Euro-Staaten träumen.

Getragen wird das Wachstum vor allem von privaten Investitionen und dem Binnenkonsum. Am stärksten konnten zuletzt der Groß- und Einzelhandel sowie die Bauwirtschaft zulegen. Größtes Kapital des Landes ist seine junge Bevölkerung. Das Durchschnittsalter liegt bei 29 Jahren, 40 sind es im Rest Europas. Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerungszahl von 73 auf voraussichtlich 100 Millionen steigen. Schon diese Zunahme lässt ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum erwarten. Nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird das türkische BIP zwischen 2011 und 2016 um 45,3 Prozent wachsen.

Bis in die 1980er-Jahre war die Türkei ein agrarisch geprägtes Land. Aber inzwischen steuert die Industrie rund dreimal so viel zum BIP bei wie die Landwirtschaft. Auch ausländische Investoren haben längst die Wachstumspotenziale des Landes erkannt. In der Türkei arbeiten rund 27 000 ausländische Unternehmen, darunter etwa 4 300 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung. Die Geschichte von Siemens und der Deutschen Bank in der Türkei etwa reicht zurück bis ins Osmanenreich.

Die Automobilhersteller MAN und Mercedes produzieren seit Mitte der 1960er-Jahre in Anatolien. Interessant sei der Standort Türkei vor allem wegen „einer Vielzahl von sehr gut ausgebildeten und hoch motivierten Mitarbeitern, wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und hoher Produktivität“, sagt Wolf-Dieter Kurz, CEO von Mercedes-Benz Türk. Auch Zulieferer Bosch expandiert: „Bis 2013 werden wir weitere 400 Millionen Euro investieren und unsere Mitarbeiterzahl von 9 000 auf 11 000 steigern“, sagt Hermann Butz, Türkeichef von Bosch.

Kommentare zu " Anlagechancen: Das Wunder vom Bosporus"

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  • Nicht ganz richtig z.Z beträgt es so um die 20 %, die Regierung hat eine grenze vom 25 % angegeben und hat schon die nötigen Maßnahmen getroffen zB. Mindestreserveanforderungen wurden erhöht.
    Die Leistungsbilanzdefizit kommt daher, das die türkische Wirtschaft viele Investitionsgüterimport getätigt hat.
    Diese Investitionen werden in kürze oder in absehbarer Zeit sich als Exportgut amortisieren. Die türkische Regierung macht es bisher sehr gut und im 3 u.4 Quartal wird sich das Leistungsbilanzdefizit sich auch ein wenig verringern. Die Türkei wird weiter wachsen was auch gut für die deutsche Wirtschaft ist wenn nur der großer Bruder über dem Teich kein Mist baut...;=))

  • Bla Bla Blaaa...typisch Stammtisch Parolen. Eure Kommunen sind deshalb nur Pleite, weil eure Politiker nur Mist bauen...Capice ! Eure Sozialpolitik hat diese Probleme Verursacht a,la Hartz 4, die Bundesregierung will mit einer Klappe zwei Fliegen schlagen weist du auch warum ? weil die Bundesregierung anstatt 1800-2000 € Brutto Löhne zu Zahlen nur 1 € Job,er beschäftigt so sparen sie Jetzt bei dem Löhnen und später bei der Renten, weil ja die 1€ Job,er nicht oder fast nicht in die Renten Kassen eingezahlt haben...Capice !
    Und außerdem kommen keine oder fast keine Türken mehr nach Deutschland im gegen teil viele kehren wieder Zurück, dafür kommen jetzt viele Rumänen u. Bulgaren usw.

  • Immer muss man aufpassen sonst kann man zu einem EU-Pleite-Staat werden.
    Übrigens wächst die Türkei dank ihrer jungen Bevölkerung was man in der EU nicht finden kann.
    Darüber hinaus verübt die türkische Regierung keine populistische Politik, sondern realistische.
    Last but not least: Die Türkei arbeitet nicht mit der IMF (IWF)

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