Anlagestrategie
Aktienanleihen mit Extra-Kick

Für Zinsjäger ist an den Bondmärkten nicht mehr viel zu holen. Kein Wunder, dass Aktienanleihen immer beliebter werden. Sie bieten hohe Zinskupons. Welche Produkte es gibt und was Anleger beachten müssen.
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DüsseldorfIm Jahr sechs der Nullzinspolitik ist der Anlagenotstand groß. Wohin mit dem Geld, wenn eine Anleihe mit lukrativem Zinskupon fällig wird? An den Bondmärkten ist nichts mehr zu holen, Tages- oder Festgeld sind schon lange keine Alternative mehr. Immer mehr Investoren entdecken Aktienanleihen. „Sie eignen sich für Anleger, die eine fixe Zinszahlung erwarten und zu einem bestimmten Basiswert grundsätzlich positiv eingestellt sind“, sagt Dominik Auricht, Experte für Anlage- und Hebelprodukte Hypo-Vereinsbank onemarkets.

Mehr als 5,3 Milliarden Euro haben sie nach Zahlen des Derivate-Verbandes (DDV) in diese Produkte investiert – Tendenz steigend. Für die Papiere spricht, dass sie deutlich höhere, teilweise sogar zweistellige Kupons bieten. Aktuell bietet beispielsweise HSBC Trinkaus & Burkhardt eine Protect-Aktienanleihe Pro auf Daimler mit einem Kupon von sieben Prozent zur Zeichnung an.

Der Name täuscht allerdings ein wenig. Was Anleihe heißt, ist eigentlich gar keine. Aktienanleihen vermischen Aktien- und Anleihekomponenten, wobei das Aktienrisiko letztlich dominiert. Anders als der Name nämlich suggeriert, sind Aktienanleihen keine klassischen Bonds, sondern Zertifikate mit festem Zinskupon. Ihre Wertentwicklung ist an eine Aktie gekoppelt. Ob es am Ende das eingesetzte Geld zurückgibt oder Aktien im Depot landen, hängt von der Entwicklung des Basiswertes ab.

Im Fall der HSBC-Aktienanleihe auf Daimler (WKN: TB5ZUL) bekommt der Anleger zwar auf jeden Fall den Zinskupon, ob aber am Ende das investierte Geld auf dem Konto landet oder eine vorher festgelegte Anzahl von Daimler-Aktien, entscheidet sich am Ende der 14-monatigen Laufzeit. Fällt die Aktie unter 80 Prozent ihres Startniveaus, das am Ende der Zeichnungsfrist am 8. April festgelegt wird, gibt es Aktien.

Die sogenannte Protect-Aktienanleihe hat also einen Sicherheitspuffer von 20 Prozent. Klassische Aktienanleihen funktionieren etwas anders, bei ihnen entfällt der Puffer. Aktien statt Geld gibt es, wenn der Startwert unterschritten wird.

Längst bieten die Emittenten aber nicht mehr nur diese vergleichsweise einfache Konstruktion an. Vontobel beispielsweise wirbt für eine Aktienanleihe mit mehreren Basiswerten: die 7,5 Prozent Protect Multi Aktienanleihe auf Deutsche Telekom, Deutsche Lufthansa und BMW (WKN VT735N). Fällt nur ein Wert unter die Barriere von 65 Prozent des Schlusskurses des Basiswertes am Ausgabetag, dann gibt es Aktien statt Bargeld.

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