Anlagestrategie
Das Ende der Internetblase 2.0

Die Aktienkurse großer Internet-Konzerne wie Facebook, Amazon, Ebay und Co. sind zuletzt unter Druck geraten. Investoren trauen den Wachstumsversprechen der alten Branchengrößen nicht mehr. Doch es gibt Ausnahmen.
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Der Tag, an dem Facebook für 19 Milliarden US-Dollar seinen Konkurrenten WhatsApp gekauft hat, könnte als der Anfang vom Ende der Internetblase 2.0 in die Geschichte eingehen. Es ist nicht die Übernahme an sich. Es ist der Preis. 19 Milliarden US-Dollar sind eine Menge Geld für ein vergleichsweise kleines Unternehmen mit 50 Mitarbeitern.

Da wirkt der Kauf des Foto-Dienstes Instagram durch Facebook vor zwei Jahren für eine Milliarde US-Dollar plötzlich wie ein Schnäppchen – doch selbst dieser Preis war unter dem Brennglas betrachtet immer noch teuer. Denn Facebook, Instagram, WhatsApp und Co haben ein massives Problem: Ihre Geschäftsideen lassen sich leicht kopieren. Wie leicht, das kann man derzeit beobachten.

Junge Internetfirmen, vollgepumpt mit Investorengeld, gebären rund um den Globus fast im Tagesrhythmus immer neue Social Media-Projekte. So hat sich beispielsweise das Berliner Startup EyeEm bereits als Konkurrent zu Instagram positioniert. Telegram, Threema und Snapchat locken erfolgreich diejenigen Nutzer von WhatsApp zum Wechsel, die dem Messenger-Dienst nach der Übernahme durch den notorischen Datensammler Facebook nicht mehr richtig trauen.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es braucht keine Propheten, um abzusehen, dass irgendein Startup, vermutlich im Silicon Valley, das nächste große Ding wird, das Mark Zuckerberg kaufen muss, um die Marktposition von Facebook zu verteidigen. Immer mehr Investoren fragen sich jedoch, wie oft das noch möglich ist. 19 Milliarden US-Dollar für ein mittelgroßes Startup. Das war einfach zu viel. Die nächste Übernahme wird weniger kosten müssen. Schon allein deshalb, weil die Währung, mit der Zuckerberg auch bezahlt, nämlich die Facebook-Aktie, seit dem WhatsApp-Deal 20 Prozent an Wert verloren hat.

Kommentare zu " Anlagestrategie: Das Ende der Internetblase 2.0"

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  • Und jetzt kauft auch noch Youtube (Google) Twitch.tv...
    Big Brother is watching you

  • Bei der Betrachtung der vielen manipulierten Blender an der Börse verdient diese Firma die gute Bewertung ganz im Gegensatz zu Apple z.B.

  • @statesman
    versuchen Sie einen gewissen persönlichen und emotionalen Abstand zu wahren. Nur so ist eine objektive Beurteilung der Situation möglich. Ich sehe, dass Sie von Amazon überzeugt sind, was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass der Versandriese extrem gut bewertet ist.

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