Anlagestrategie
Den Bullen weiter reiten

Am Aktienmarkt geben sich die Bären offenbar geschlagen. Die Pessimisten haben auf eine Korrektur gesetzt, die bisher ausgeblieben ist. Doch wie viel Luft nach oben hat der Dax noch?
  • 21

DüsseldorfAlljährlich befragt das Handelsblatt die Banken zum kommenden Börsenjahr – zuletzt Ende 2012. Und ein Blick zurück offenbart erstaunliches. Optimistisch waren die meisten Institute, doch unterschätzt haben sie alle den deutschen Leitindex.

Der größte Optimist war vor elf Monaten die japanische Bank Nomura, die einen Jahresendstand von 8890 Zählern prognostizierte. Knapp dahinter lagen die Commerzbank und die Landesbank Baden Württemberg, die den Dax zum Jahresende bei 8500 Punkten erwartet hatten. Ende 2012 notierte das deutsche Börsenbarometer  bei 7612 Zählern. Am vergangenen Donnerstag erreichte der Dax bei 9399 Punkte ein neues Allzeithoch.

Dass der Dax bis zum Jahresende weiter steigen oder zumindest nicht mehr einbrechen wird, gilt bei den meisten Experten als ausgemachte Sache.  Denn nicht nur die Charttechnik, auch die Stimmung an den Märkten spricht gegen einen Absturz. „Die jüngsten Zahlen belegen: Von Euphorie am deutschen Aktienmarkt kann keine Rede sein“, meint beispielsweise  Joachim Goldberg vom Forschungsinstitut Cognitrend.

Das Unternehmen erhebt wöchentlich im Auftrag der Börse Frankfurt die Markterwartungen der Teilnehmer und interpretiert die Ergebnisse unter Beachtung von Erkenntnissen aus der verhaltensorientierten Kapitalmarktanalyse, der Behavioral Finance.

Vereinfacht gesagt: je euphorischer die Börsianer sind, desto größer ist die Gefahr eines Rückschlags, weil bereits viele Marktteilnehmer investiert sind und nicht mehr weiter kaufen können. Je pessimistischer die Stimmung ist, desto geringer ist die Zahl der investierten Anleger.

Die können dann bei Kursrückgängen als Käufer auftreten. Derzeit liegt dieser Bull/Bear-Index angesichts der Dax-Rekordstände auf einem erstaunlich niedrigen Niveau. Für Goldberg könnten lediglich externe Schocks eine größere Kurskorrektur einleiten, Doch wie solch ein Schock aussehen könnte, das sei völlig unklar.

Auch die Charttechnik gibt grünes Licht für weiter steigende Kurse. „Der Dax neigt derzeit dazu, Aufwärtsgaps zu reißen“, analysiert Jörg Scherer, Chartexperte bei der Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus. Der charttechnische Begriff Gap bezeichnet Kurslücken zwischen zwei Handelstagen. Bei einem Aufwärtsgap eröffnet der Dax höher als das höchste Kursniveau des Vortages und steigt anschließend weiter – die Lücke zwischen Schluss- und Eröffnungskurs bleibt offen. „Das ist grundsätzlich ein Zeichen von Stärke“, meint Scherer.

Kommentare zu " Anlagestrategie: Den Bullen weiter reiten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nur Mut, in einen steigenden Markt zu kaufen bei niedrigsten Zinsen bietet die beste Gewinnwahrscheinlichkeit und die beginnende Berichterstattung zu den vermeindlichen Übertreibungen an der Börse wird dennoch neue Käuferschichten animieren. Das kann noch einige Monate anhalten. Für den Ausstieg gibt es verlässlichere Signale der Trendwende. Nur Mut. (rs-depot.de)

  • Härter!

    Tiefer!

  • "Den Bullen weiter reiten"

    Holla, was sagt denn der Polizist dazu?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%