Anlagestrategie

Den Bullen weiter reiten

Am Aktienmarkt geben sich die Bären offenbar geschlagen. Die Pessimisten haben auf eine Korrektur gesetzt, die bisher ausgeblieben ist. Doch wie viel Luft nach oben hat der Dax noch?
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Rodeoreiter auf einem Bullen: Die meisten Experten erwarten, dass Dax weiter steigt. Symbolisch also der Bulle die Oberhand behält. Quelle: Getty Images

Rodeoreiter auf einem Bullen: Die meisten Experten erwarten, dass Dax weiter steigt. Symbolisch also der Bulle die Oberhand behält.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfAlljährlich befragt das Handelsblatt die Banken zum kommenden Börsenjahr – zuletzt Ende 2012. Und ein Blick zurück offenbart erstaunliches. Optimistisch waren die meisten Institute, doch unterschätzt haben sie alle den deutschen Leitindex.

Der größte Optimist war vor elf Monaten die japanische Bank Nomura, die einen Jahresendstand von 8890 Zählern prognostizierte. Knapp dahinter lagen die Commerzbank und die Landesbank Baden Württemberg, die den Dax zum Jahresende bei 8500 Punkten erwartet hatten. Ende 2012 notierte das deutsche Börsenbarometer  bei 7612 Zählern. Am vergangenen Donnerstag erreichte der Dax bei 9399 Punkte ein neues Allzeithoch.

Dass der Dax bis zum Jahresende weiter steigen oder zumindest nicht mehr einbrechen wird, gilt bei den meisten Experten als ausgemachte Sache.  Denn nicht nur die Charttechnik, auch die Stimmung an den Märkten spricht gegen einen Absturz. „Die jüngsten Zahlen belegen: Von Euphorie am deutschen Aktienmarkt kann keine Rede sein“, meint beispielsweise  Joachim Goldberg vom Forschungsinstitut Cognitrend.

Das Unternehmen erhebt wöchentlich im Auftrag der Börse Frankfurt die Markterwartungen der Teilnehmer und interpretiert die Ergebnisse unter Beachtung von Erkenntnissen aus der verhaltensorientierten Kapitalmarktanalyse, der Behavioral Finance.

Vereinfacht gesagt: je euphorischer die Börsianer sind, desto größer ist die Gefahr eines Rückschlags, weil bereits viele Marktteilnehmer investiert sind und nicht mehr weiter kaufen können. Je pessimistischer die Stimmung ist, desto geringer ist die Zahl der investierten Anleger.

Die können dann bei Kursrückgängen als Käufer auftreten. Derzeit liegt dieser Bull/Bear-Index angesichts der Dax-Rekordstände auf einem erstaunlich niedrigen Niveau. Für Goldberg könnten lediglich externe Schocks eine größere Kurskorrektur einleiten, Doch wie solch ein Schock aussehen könnte, das sei völlig unklar.

Auch die Charttechnik gibt grünes Licht für weiter steigende Kurse. „Der Dax neigt derzeit dazu, Aufwärtsgaps zu reißen“, analysiert Jörg Scherer, Chartexperte bei der Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus. Der charttechnische Begriff Gap bezeichnet Kurslücken zwischen zwei Handelstagen. Bei einem Aufwärtsgap eröffnet der Dax höher als das höchste Kursniveau des Vortages und steigt anschließend weiter – die Lücke zwischen Schluss- und Eröffnungskurs bleibt offen. „Das ist grundsätzlich ein Zeichen von Stärke“, meint Scherer.

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21 Kommentare zu "Anlagestrategie: Den Bullen weiter reiten"

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  • Nur Mut, in einen steigenden Markt zu kaufen bei niedrigsten Zinsen bietet die beste Gewinnwahrscheinlichkeit und die beginnende Berichterstattung zu den vermeindlichen Übertreibungen an der Börse wird dennoch neue Käuferschichten animieren. Das kann noch einige Monate anhalten. Für den Ausstieg gibt es verlässlichere Signale der Trendwende. Nur Mut. (rs-depot.de)

  • Härter!

    Tiefer!

  • "Den Bullen weiter reiten"

    Holla, was sagt denn der Polizist dazu?

  • Glückwunsch zur Glaskugel und zum Timing.
    Nur eine Frage noch, wenn sie wirklich mit Futures oder Leerverkäufen von Aktien und dies mit richtigen Summen machen, warum mussten sie denn das nach 1987 noch einmal wiederholen ? Sollte doch eigentlich genügen für den Rest des Lebens.

  • Glückwunsch zur Glaskugel und zum Timing.
    Nur eine Frage noch, wenn sie wirklich mit Futures oder Leerverkäufen von Aktien und dies richtigen Summen machen, warum musste sie denn das nach 1987 noch einmal wiederholen ? Sollte doch eigentlich genügen für den Rest des Lebens.

  • Wenn Sie, wie ich, die Märkte von 1987, 1989, 1998, 2000, 2007 und 2012 nicht nur überlebt, sondern sogar dabei profitiert haben, dann würden Sie meinen Putzfrauen-Kommentar verstehen. Und wenn Sie dann auch nicht mehr mit ein paar Aktien spielen, oder mit Optionsscheinchen oder womöglich noch mit diesem CFD-crap, sondern sich dahin bewegen, wo die Großen ihre Deals machen, dann wissen Sie auch, wo man Short-Positionen eingehen kann.

  • Wohl wahr. Tatsache ist, dass man die Zukunft nicht vorhersagen kann. SElbst wenn man es könnte, würde sie sich schon wieder verändern, weil die Leute auf diese Zukunftsvorhersagen anders reagieren würden, als wenn sie es nicht wissen würden.

    Von daher. ;-) .... Wie war das noch mit dem Affen der Dartpfeile auf Aktien warf und besser war als hochbezahlte Fondsmanager? ;-) Lol..


  • Ein schöner Artikel, zeigt er doch die Unfähigkeit der "Experten" die Zukunft vorauszusagen. Keine der Banken lag auch nur ansatzweise richtig! Von daher finde ich auch den letzten Satz recht amüsant: "Mal schauen welche Bank diesmal recht behält." Bisher hat keine Bank recht und kann somit auch diesmal nicht recht behalten. Man muß kein Prophet sein um vorherzusehen, dass die Prognosen der Banken nicht mal das Papier wert sind auf dem sie gedruckt werden!

  • Der Rücksetzer gestern Abend war eigentlich nicht der Rede wert. Aber er stellt im Vergleich zu den vorhergehenden Kursen eine deutliche Änderung dar. Absolut mag sie klein sein, relativ ist sie aber riesig.

    Und was einen richtigen Rücksetzer anbelangt, so erwarte ich da eher sowas in der Gegend von 10-12%.

  • Mag sein, das große Investoren bestehende Positionen verkaufen. Aber leerverkaufen, wohl kaum.
    Und bei Put-Optionsscheinen ist der Verlust ja lediglich auf den Einsatz begrenzt. Also hat das ganze auch nichts mit short gehen zu tun.

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