Anlagestrategie
Gold glänzt wieder

Neun Monate lang kannte der Goldpreis nur eine Richtung: abwärts. Damit scheint es nun vorbei zu sein. Seit einem Monat steigt der Preis wieder zügig an. Mit welchen Produkten Anleger davon profitieren können.
  • 29

FrankfurtGold ist eine Krisenwährung. Es gilt als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten, als Fieberthermometer der Konjunktur: Je mehr Angst herrscht, desto höher steigt die Fieberkurve. Wenn die Entwicklung des Goldpreises also tatsächlich der Gradmesser dafür ist, wie viel Angst Anleger vor unsicheren Zeiten haben, dann schien aus Sicht dieser Anleger die Schulden-Krise der westlichen Industriestaaten schon im Juli 2011 ein jähes Ende gefunden zu haben: Innerhalb weniger Wochen fiel der Preis für eine Feinunze Gold von rund 1900 auf unter 1600 US-Dollar.

Nach einer dann 18 Monate lang währenden Phase, in der der Goldpreis zwischen 1600 und 1800 US-Dollar hin- und herpendelte, rutschten die Goldnotierungen ab April 2013 dann sogar noch einmal dramatisch ab. Bei 1200 US-Dollar pro Feinunze war die Talsohle erreicht. Das war Ende Juni der Fall. „Wer seine Goldbestände verkaufen wollte, hat dies in den vergangenen Monaten getan. Die Stimmung für Gold ist auf einem Tiefpunkt angelangt“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank. Selbst ehemalige Gold-Optimisten wie Fonds-Manager John Paulson, größter Investor des SPDR Gold Trust, George Soros und Daniel Loeb haben ihre Gold-Bestände stark reduziert oder sogar ganz komplett aufgelöst.

Wie pessimistisch viele Anleger derzeit in Bezug auf Gold-Investments sind, macht die aktuelle Studie „Commitments of Traders“ (COT) deutlich, die einmal wöchentlich von der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde für den Rohstoffhandel CFTC (U.S. Commodity Futures Trading Commission) veröffentlicht wird. Demnach ist der Optimismus für Gold unter den befragten Rohstoffhändlern so gering wie seit sieben Jahren nicht mehr. „Das Stimmungstief ist allerdings ein sehr guter Contra-Indikator“, sagt Eugen Weinberg. Er verweist dabei auf die seit Ende Juni anziehenden Preise. „Dass der Goldpreis nun wieder steigt, obwohl die Stimmung für Gold auf einem Tiefpunkt ist, ist ein gutes Zeichen für weiter steigende Notierungen. Selbst der aufkommende Konjunkturoptimismus konnte den Preisanstieg bei Gold in den vergangenen zwei Wochen nicht bremsen“, so Weinberg.

Während viele private Anleger aus Angst vor weiteren Verlusten sich vom gelben Edelmetall verabschiedet haben, greifen die Profis nun kräftig zu. „Die massiven Goldverkäufe auf den Terminmärkten wirken verunsichernd auf Anleger“, sagt der Vermögensverwalter Holger Schmitz, Vorstand der Schmitz & Partner AG aus Brione in der Schweiz. „Gleichzeitig wird an den Kassamärkten sehr viel gekauft, allen voran von den Notenbanken. Anleger tun daher gut daran, sich nicht beirren zu lassen und weiterhin auf Gold zu setzen“, so Schmitz. In der Tat horten die Zentralbanken weiter fleißig Gold. Aktuell lagern in ihren Depots insgesamt rund 31.671 Tonnen, das ist etwa ein Fünftel des jemals geschürften Goldes.

Kommentare zu " Anlagestrategie: Gold glänzt wieder"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die alten Männer müssen und mußten ihre Goldpapiere verkaufen und zwar so schnell, wie möglich. Das hat zwei Gründe: Zunächst läuft die Lebenszeit der alten Männer bald ab und sie können nicht mehr abwarten, wie sich die Weltfinanzsituation entwickelt und zum zweiten müssen die Papiere weg, weil ja nicht genug physisches Gold vorhanden ist, um es bei Anfrage ausliefern zu können. Wer hieraus eine Schwäche des Goldes erkennen will, sollte das Schulgeld bzw. das Bafög zurückzahlen, weil das Studium nichts gebracht hat. Hier hilft eigentlich nur der gesunde Menschenverstand. Also, Gold glänzt nicht wieder, sondern immer noch!!!

  • Jou Wännä, hast Recht!

    Das charmante an der eigentlich schrecklichen Lage ist dass Figuren wie "werner" oder auch "Eddie", "netshadow" und andere schon kurz nach dem Crash schlicht verstummen werden.

    Das Geplärre hat dann endlich ein Ende und das Niveau im Internet wird wieder so sein wie vor AOL 1998. Da kamen die Affen online...

  • Ich gebe Ihnen recht, wer andersdenkende als Idioten bezeichnet zeigt eigenlich dass er etwas geraucht hat das höllische Schmerzen verursacht oder er ist im zweiten Schuljahr von der Grundschule geflogen.

    Locker bleiben und sich amüsieren - die Dummheit andrer kann deine Chance sein:)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%